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KFC Uerdingen: Große Sorgen um Adriano Grimaldi

KFC sorgt sich um Torjäger : Grimaldi wegen Covid-19 im Krankenhaus

Adriano Grimaldi liegt wegen einer Infektion mit Covid-19 im Krankenhaus. Der Verein bangt um seinen Torjäger. Dahinter verblassen die Sorgen um die Insolvenz und den Kampf um den Klassenerhalt.

Adriano Grimaldi geht es schlecht – körperlich und psychisch. Er leidet. Was in den vergangenen Tagen auf ihn eingeprasselt ist, war viel, hat ihn getroffen und zurückgeworfen. Ebenso seinen Verein, den KFC Uerdingen, der im Insolvenzverfahren steckt und tief in den Abstiegskampf der Dritten Liga verstrickt ist.

Grimaldi liegt im Krankenhaus. Er hat Covid-19 und die Symptome deuten darauf hin, dass die Krankheit bei ihm keinen leichten Verlauf nimmt. Hoffnung macht, dass er nicht auf die Intensivstation musste. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut“, vermeldet der KFC offiziell. Das macht man so. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Das wiederum ist untertrieben, denn dafür nimmt ihn kein Krankenhaus stationär auf.

Grimaldis Leidensgeschichte ist lang. Was Covid-19 betrifft, begann sie am 2. April, als eines seiner drei Kinder positiv getestet wurde und er sich in Quarantäne begab. Der liebende Vater war sogar bereit, auf den Kontakt zur Familie für eine Zeit lang zu verzichten, um sich und seinen Berufsausübung nicht zu gefährden. Sein Vorschlag, die Quarantäne in einem Hotel zu verbringen, soll vom Gesundheitsamt Neuss abgelehnt worden sein. „Bild“ berichtete darüber. Grimaldi verbrachte die Tage zu Hause und brannte darauf, endlich wieder aus dem Haus gehen und mit der Mannschaft trainieren zu dürfen. Doch exakt einen Tag vor Ablauf der Quarantäne fiel erstmals bei ihm ein Corona-Test positiv aus. Der nächste Tiefschlag für den Torjäger, für den seine Zeit beim KFC zu einem reinen Horror geworden ist.

  Als er im Januar 2019 vom TSV 1860 München zum KFC kam, griff der damalige Investor Mikhail Ponomarev in die Tasche, um den Stürmer trotz einer Sprunggelenkverletzung bei den Löwen loszueisen. Doch das war nur der Beginn einer außergewöhnlichen Verletzungsmisere. Anschließend laborierte der in Göttingen geborene Deutsch-Italiener an einem Riss des Syndesmosebandes, diversen Muskelverletzungen und Problemen im Adduktorenbereich. Nicht wenige hatten ihn bereits abgeschrieben.

Doch Grimaldi hat nicht aufgegeben, sondern gemeinsam mit dem Trainerteam, Ärzten und Physiotherapeuten einen Plan entworfen, um wieder den Anschluss zu finden, ohne seinen Körper zu überfordern. Im März war er nach fast zwei Jahren wieder verletzungsfrei und fit. Er wollte Uerdingen vor dem Abstieg retten. In den letzten vier Spielen erzielte er jeweils ein Tor, blieb mit dem Klub ungeschlagen und holte acht Punkte. Dann musste er in Quarantäne, seitdem hat der KFC dreimal gespielt und dreimal verloren.

Interimstrainer Stefan Reisinger ist Realist und rechnet nicht mehr mit Grimaldi. „Wichtig ist nur, dass er wieder richtig gesund wird“, sagt der Coach. „Ich drücke ihm beide Daumen. Wir müssen es auch ohne Adi schaffen.“ Die Mannschaft muss zusammenrücken und kämpfen – gegen den Abstieg; Adriano Grimaldi muss kämpfen – gegen das verfluchte Virus.