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KFC Uerdingen Geschäftsführer Frank Strüver zurückgetreten

Klub kommt nicht zur Ruhe : Geschäftsführer Strüver beim KFC zurückgetreten

Fußball-Drittligist KFC Uerdingen kommt nicht zur Ruhe. Geschäftsführer Strüver trat am Mittwoch laut einer Vereinsmitteilung mit sofortiger Wirkung zurück. Präsident Mikhail Ponomarev reagiert weder überrascht noch nervös, sondern optimistisch.

Bei den Fans schlug die Mitteilung, die der KFC Uerdingen um 19.05 Uhr veröffentlichte, wie eine Bombe ein. Die Nachricht im Wortlaut:

„Frank Strüver hat sein Amt als Geschäftsführer der KFC Uerdingen Fußball GmbH niedergelegt. Der 49-Jährige bekleidete diese Position seit 2017. Strüver hatte die Ausgliederung der Fußball-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft begleitet und diverse Projekte wie den Stadionumbau, Lizensierung sowie Qualitätsmanagement im Rahmen des Sicherheits-Audits vorangetrieben. „Ich möchte Frank Strüver für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit danken“, sagt Präsident Mikhail Ponomarev. „Wir wünschen ihm und seiner Familie nur das Beste.“

Die Frage, die sich alle stellen: Was steckt hinter dem Rücktritt des Vertrauten von Präsident Mikhail Ponomarev. Strüver, der auch Mitglied der Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga“ des Deutschen Fußball-Bundes ist, war im Vorstand und als Geschäftsführer vor allem für die Bereiche Finanzen und Recht zuständig. In den zurückliegenden Wochen hatte der KFC mehrmals juristische Auseinandersetzungen mit ehemaligen Spielern wegen angeblich ausstehender Zahlungen vor dem Arbeitsgericht Krefeld ausgetragen. Auch für Donnerstag war dort wieder ein Termin angesetzt. Dass der Verein nicht im Geld schwimmt und auch ihm die Corona-Krise zugesetzt hat, ist unstrittig. Dies, so spekulieren einige Fans, könnte ein Grund für Strüvers Rücktritt sein. Andere vermuten, die Verzögerungen bei der Sanierung der Grotenburg, die nun höchstwahrscheinlich auch nicht zum Beginn der Spielzeit 2021/22 genutzt werden kann, habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Schließlich kostet den Verein der Spielbetrieb anderenorts pro Saison rund 1,6 Millionen Euro – bis zum Saisonende sind das schon fünf Millionen Euro.

Der KFC-Präsident hingegen gab sich am Mittwoch Abend ziemlich entspannt und wird sich am Donnerstag offiziell zur Demission des Geschäftsführers äußern.

Derweil gibt es im sportlichen Bereich erneut einen Ausfall zu beklagen. Jan Kirchhoff erlitt erneut einen Muskelbündelriss und fällt schon wieder mindestens zwei Monate aus. Trainer Stefan Krämer hatte noch vor wenigen Tagen beteuert, den Defensivspieler sehr behutsam einzusetzen, um nicht erneute Verletzungen zu riskieren.

Damit ist Kirchhoff neben Osayamen Osawe und Omar Haktab Traore (jeweils Riss des Syndesmosebandes) der dritten Langzeitverletzte beim KFC, der am Samstag (14 Uhr) beim Zweitligaabsteiger und Aufstiegsfavoriten Dynamo Dresden antreten muss.