KFC Uerdingen: Fünf Erkenntnisse aus den Testspielen bei Borusia Dortmund U23 und Arminia Bielefeld

KFC gewinnt in Dortmund und Bielefeld : Fünf Erkenntnisse aus zwei Testspielen

Beim KFC Uerdingen gibt es trotz der Siege in Dortmund und Bielefeld noch jede Menge Arbeit. Die positiven Resultate dürfen nicht über die defizitären Leistungen hinweg täuschen.

Innerhalb von 24 Stunden hat der KFC Uerdingen zwei Testspiele absolviert und beide gewonnen: 1:0 beim Regionalligisten Borussia Dortmund U23 und 2:0 beim Zweitligisten Arminia Bielefeld. Doch Ergebnisse in der Vorbereitung sind oft wenig aussagekräftig. Viel wichtiger sind meist die Erkenntnisse aus den Begegnungen.

Die Abwehr ist stabiler. Hatte der KFC in den ersten neun Meisterschaftsspielen unter Traienr Heiko Vogel noch 16 Gegentore kassiert, so ist es Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel gelungen, die Flut der Gegentore zu reduzieren: zehn waren es in den elf Begegnungen unter ihrer Regie. Das war gleichermaßen erfreulich wie wichtig, denn wie heißt es so schön: Der Sturm gewinnt ein Spiel, die Abwehr die Meisterschaft. Auf Dauer ist nur diejenige Mannschaft erfolgreich, die wenig Gegentore kassiert. Dieser erfreuliche Trend hat sich fortgesetzt. Die Uerdinger blieben in beiden Testspielen ohne Gegentor, wenngleich sie auch in der einen oder anderen Situation den Gegner Chancen ermöglichten und dann etwas Glück hatten.

An der Fitness muss noch gearbeitet werden. Die körperliche Verfassung war das zweite große Thema nach dem Trainerwechsel. In den beiden Begegnungen wurde deutlich, dass die Defizite noch nicht vollends behoben sind. Dabei geht es aber nicht nur um die Themen Ausdauer und Schnelligkeit, sondern auch Robustheit. Dass Patrick Pflücke in Dortmund gegen keineswegs ältere Gegenspieler die Zweikämpfe verliert, ist kein gutes Zeichen. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass er so in der Dritten Liga bestehen kann. Da bedarf es einer weitaus größeren Stabilität.

Die Rekonvaleszenten hinken hinterher. Adriano Grimaldi war beinahe ein Jahr lang verletzt. Dennis Daube hat zuletzt vor eineinhalb Jahren über mehrere Wochen verletzungsfrei spielen können. Das sind für Sportler Zeiträume, die Spuren hinterlassen. So kann es nicht verwundern, dass den Rekonvalszenten neben der Fitness auch die fehlende Spielpraxis zu schaffen macht. Sie benötigen noch Zeit, um wieder in Form zu kommen.

Boubarcar Barry meldet sich zurück. Der 23 Jahre alte Rechtsaußen nahm nach vierwöchiger Verletzungspause am Montag das Training wieder auf. „Wir haben die Schulter konservativ behandelt, bei einer Operation wäre die Ausfallzeit zu lang gewesen“, sagte er nach seinem Einsatz in Dortmund. Tatsächlich hat ihn die Pause nicht weit zurück geworfen, denn seine Leistung war recht ordentlich. „Aber da geht noch mehr“, kündigte er an.

Der zweite Anzug passt noch nicht. Es gibt ein deutliches Leistungsgefälle in der Mannschaft. Oliver Steurer wirkte in der Abwehr nicht so abgeklärt wie erhofft; Tobias Rühle gelingt es nicht, sich im Mittelfeld zu behaupten und einen Platz zu erobern; bei Selim Gündüz wechselten sich trotz seines Siegtores in Dortmund Licht und Schatten ab. Schöne Pässe und Abspielfehler gab es gleichermaßen. Aber die Vorbereitung beginnt ja gerade erst.