KFC Uerdingen: Franck Evina erzielt im vierten Spiel sein viertes Tor

KFC-Ausgleich in letzter Sekunde : Evina schießt „Tor des Monats“

Franck Evina erzielt im vierten Spiel sein viertes Tor. Damit krönt er in der Nachspielzeit die unbändige Moral des KFC, der beim 2:2 in Großaspach in Unterzahl einen Rückstand aufholt.

Als Kapitän Julian Leist in der zweiten Minute der Nachspielzeit die SG Sonnenhof Großaspach mit 2:1 in Führung bringt, hätte wohl kaum noch einer auch nur einen Pfifferling für den KFC Uerdingen gegeben. Niedergeschlagenheit herrschte angesichts von zwei Gegentoren jeweils nach einer Standardsituation, angesichts der schweren Verletzung von Dennis Daube, dessen Knie am Montag genau untersucht wird, und des Rückstands wenige Sekunden vor dem Abpfiff.

Aber die Uerdinger Mannschaft tickt in dieser Saison völlig anders. Sie wirft alles nach vorn, Torhüter Lukas Königshofer tummelt sich im gegnerischen Strafraum, als der Ball nach einem Einwurf zu Franck Evina kommt. Er läuft mit dem Ball aus zentraler Position kurz vor dem Strafraum auf die rechte Seite, schüttelt dabei zwei Gegenspieler ab und schießt in den kurzen oberen Winkel. Dieses 2:2 bringt zwar auch nur einen Punkt, aber es fühlt sich an wie ein Sieg.

„Wir haben wieder zwei Punkte vergeigt“, sagt Evina. „Wir müssen früher in Führung gehen, und bei den Standards gucken wir blöd.“ Sein Erfolgshunger ist nicht gestillt, er will mehr. Dabei hat er noch gar nicht realisiert, welch ein Tor er geschossen hat. „Ich habe erst überlegt und noch einen Schritt gemacht und noch einen. Als ich dann freie Schussbahn hatte, habe ich blind drauf gehauen. Ich habe gar nicht gesehen, wo der Ball hin geht. Ich muss mir das erst noch mal anschauen.“

Trainer Heiko Vogel hat genau gesehen, wo der Ball hin ging: in den oberen kurzen Torwinkel. „Wir geraten in der Nachspielzeit in Rückstand, und dann haut der Francky so ein Ding raus“, sagte Vogel und ließ seiner Begeisterung freien Lauf. „Das wird das Tor des Monats im August, da bin ich mir ganz sicher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eins schöner sein kann.“

Es war aber nicht nur der Ausgleich in letzter Sekunde, mit dem Evina Aufsehen erregte. Er bereitete auch die Uerdinger Führung vor und war dabei nur durch ein Foul zu stoppen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Roberto Rodriguez überragend.

Evina hat jetzt in jedem der bislang vier Saisonspiele ein Tor erzielt. Ginge es so weiter, würde er sicherlich am Saisonende mit 38 Treffern Torschützenkönig der Liga. Die Rechnung lässt ihn schmunzeln, aber nicht abheben: „Ich glaube nicht, dass ich die Quote halten kann.“

Ist es das Bayern-Gen, das Evina in sich trägt, diese „Mia san mia“-Mentalität? „Nein“, entgegnet Vogel. „Es ist eine Siegermentalität. Francky glaubt immer an seine Chance. Es ist diese positive Besessenheit, immer gewinnen zu wollen.“

Damit steht der von Bayern München ausgeliehene Evina aber stellvertretend für die gesamte Mannschaft, die erneut eine unglaubliche Moral bewiesen hat. „Ich muss der Mannschaft erneut ein großes Kompliment machen“, sagt der Coach. Es war das dritte schwere Spiel innerhalb einer Woche, in der wir zudem 2.000 Kilometer mit dem Bus gefahren sind. Und wir haben alle drei Spiele bei teils schwierigen klimatischen Bedingungen in Unterzahl beendet.“ Der eine Punkt in Großaspach – er fühlt sich an wie ein Sieg, aber es ist nur ein Punkt und eigentlich zu wenig.

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