KFC Uerdingen: Empfindlicher Dämpfer beim 0:3 gegen FC Bayern München II

0:3-Heimpleite gegen Bayerns Reserve : KFC Uerdingen kassiert empfindlichen Dämpfer

Die Hoffnungen des KFC Uerdingen, noch in den Kampf um die Aufstiegsplätze eingreifen zu können, haben einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Die Mannschaft unterlag der Reserve des FC Bayern München mit 0:3.

Lange Gesichter gab es beim KFC Uerdingen nach dem Spiel. So hatten sich die Blau-Roten den Meisterschaftsauftakt im Jahr 2020 nicht vorgestellt. Doch die 0:3 (0:2)-Niederlage gegen die Reserve des FC Bayern München vor 3193 Zuschauern war auch in der Höhe verdient, denn die Gäste waren in allen Belangen überlegen.

Es gehörte zu den Kuriositäten der Dritten Liga, dass Bayern München vor dem Spiel zwar die fünftmeisten Tore erzielt hatte, aber auf Platz 15 stand, während der KFC mit dem drittschwächsten Angriff nur drei Punkte hinter dem Tabellendritten lag. Der Respekt vor der spielerisch starken Zweitvertretung schlug sich auch in der Uerdinger Aufstellung nieder. Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel setzten Stürmer Osayamen Osawe zunächst auf die Bank und blieben bei ihrem 4-2-3-1-System anstatt auf ein 4-4-2 zu setzen. Ihnen war bewusst, dass der Schlüssel zum Erfolg in einer disziplinierten Defensive liegt.

Zwar waren gleich neun Spieler - Adam Matuschyk, Alexander Bittroff, Jan Kirchhoff, Adriano Grimaldi, Franck Evina, Tobias Rühle, Khalil Mohammad (alle verletzt) sowie Rijad Kobiljar und Edvinas Girdvainis (noch keine Freigabe der Landesverbände) nicht einsatzfähig, doch die Uerdinger konnten trotzdem nahezu ihre Stammelf aufbieten. Für Bittroff spielte Kevin Großkreutz, für Matuschyk durfte Patrick Pflücke ran.

Tatsächlich kamen die Bayern mit großer Offensivkraft und hatten nach sechs Minuten ihre erste große Chance. Einen Schuss von Oliver Batista Meier wehrte Kapitän Assani Lukimya per Kopf vor der Linie ab. Den ersten Schuss auf das Münchner Tor gab Pflücke nach einer Viertelstunde ab, doch das war kein Problem für Torhüter Christian Früchtl. Da hatte sein Gegenüber Lukas Königshofer schon mehr Mühe mit einem Schuss von Zirzee. Beim Gegentor war der Keeper dann machtlos, Lukimya schoss in der 26. Minute nach einer Hereingabe von Derrick Köhn aus sechs Metern ins eigene Netz. Der zweite Treffer durch Batista Meier hingegen war blitzsauber herausgespielt, wobei Jean-Manuel Mbom und Roberto Rodriguez ihre Defensivarbeit sträflich vernachlässigten. Die 2:0-Pausenführung, so glücklich der erste Treffer auch zustande gekommen war, war verdient, denn die Bayern waren schneller und spielerisch besser.

In der Pause kam Osawe für Boubacar Barry. Doch die Hoffnungen, die Partie noch drehen zu können, zerbarsten binnen sieben Minuten. Da fiel Mbom dem Kartenspiel des Unparteiischen Tobias Frisch zum Opfer, der in einer keineswegs harten oder unfairen Begegnung acht Mal zückte, sechs Mal gegen die Gastgeber. Der Uerdinger Mbom kassierte zwei Verwarnungen innerhalb von fünf Minuten, so dass die Gastgeber ab der 52. Minuten in Unterzahl spielten. Zirkzee sorgte vier Minuten später per Kopf für die Entscheidung. Der KFC verstärkte nochmals die Defensive, um ein Debakel zu vermeiden, indem Jan Kirchhoff für Torjäger Tom Boere kam. Es folgten quälende 35 Minuten bis zum Schlusspfiff.

Beim nächsten Auswärtsspiel am kommenden Samstag bei der SpVgg Unterhaching müssen Reisinger/Steuernagel das Team umkrempeln. Denn neben dem gesperrten Mbom werden auch Lukimya und Manuel Konrad fehlen, die jeweils die fünfte Gelbe Karte sahen.