KFC Uerdingen: Donnerstag wird der neue Trainer präsentiert

Donnerstag wird er präsentiert : KFC’s next Fußballlehrer

Der KFC Uerdingen braucht einen Fußballlehrer mit gültiger Lizenz. Die Gespräche mit Kandidaten sind weit gediehen, die Entscheidung wird in Kürze fallen.

Mikhail Ponomarev hat sich klar positioniert. Der Präsident des KFC hat sich für eine Zusammenarbeit mit Stefan Reisinger entschieden – schon im Frühjahr 2017. Der damalige Trainer Michael Wiesinger wünschte Reisinger als Assistenten mitbringen zu dürfen. Wiesinger ist schon lange nicht mehr da, aber Reisinger noch immer. Auch Stefan Krämer und Heiko Vogel hielten an Reisinger fest, der damit im Uerdinger Trainerzirkus die Konstante ist. Und er wird es auch bleiben. „Stefan ist sehr wichtig für den Verein. Ich vertraue ihm“, sagt Ponomarev. Das reicht aber nicht, um den ehemaligen Assistenten zum Cheftrainer zu befördern. Ein Drittligist muss einen Fußballlehrer mit Lizenz auf der Bank haben, und die hat Reisinger (noch) nicht. Bleiben darf er trotzdem. „Stefan wird in unserem Trainerteam an exponierter Stelle arbeiten unter Beachtung der Statuten, die wir selbstverständlich respektieren“, sagt Ponomarev. Sucht der KFC also nur einen Strohmann? „Nein“, sagt der Präsident. „Aber es muss ein Mann sein, der zum KFC, zum Trainerteam und zu Reisinger passt.“

Das ist wahrlich kein einmaliger Vorgang im deutschen Fußball. Der berühmteste ähnlich gelagerte Fall war wohl der von Franz Beckenbauer. Der durfte 1984 nicht Bundestrainer werden, weil er nicht über die Lizenz verfügte. In seiner nonchalanten Art meinte er schulterzuckend: „Was sollen die mir in Köln auch schon beibringen?“ Aber der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fand eine Lösung: Beckenbauer wurde Teamchef, seine Assistenten Horst Köppel und später Holger Osieck verfügten über die notwendige Lizenz. Und Beckenbauer führte die deutsche Mannschaft 1990 in Italien bei der Weltmeisterschaft zum Titelgewinn.

Das Modell des DFB wurde 2012 von Bayer Leverkusen kopiert. Der Fußball-Bundesligist ernannte Sami Hyypiä zum Teamchef, weil ihm die Lizenz fehlte. Sascha Lewandowski wurde Cheftrainer und nahm in dieser Funktion auch alle offiziellen Termine wahr. Das war wichtig, um so auch die Anforderungen des DFB zu erfüllen.

Es müssen also verschiedene Faktoren in der künftigen Zusammenarbeit berücksichtigt und vereinbart werden. Und der kommende Fußballlehrer möchte und muss sich schließlich auch einbringen, nicht nur seine Lizenz. „Wir hatten einige sehr gute Gespräche“, sagt KFC-Geschäftsführer Niko Weinhart. „Die finale Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber wir werden zeitnah eine Lösung präsentieren.“ Höchstwahrscheinlich am Donnerstag.