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KFC Uerdingen: Die Gründe für die zuletzt erfolgreiche Aufholjagd

Hinrunden-Bilanz des KFC Uerdingen : Sechs Gründe für die erfolgreiche Aufholjagd

Der KFC Uerdingen hat in der Hinrunde zwei Gesichter gezeigt. Nach schwachen ersten neun Spielen und dem dann vorgenommenen Trainerwechsel kam die Mannschaft auf Kurs. Sechs Gründe für die Wende.

Trainerwechsel sind sinnlos, weil sie nicht den gewünschten Erfolg bringen. Das besagt eine ganze Reihe von Statistiken und Untersuchungen. Aber in einigen, vielleicht auch nur wenigen Fällen, fruchten sie doch. Das wiederum ist dann der Strohhalm Hoffnung, an den sich die Vereine klammern. So war es auch beim KFC Uerdingen, wo Präsident Mikhail Ponomarev nach der 0:3-Niederlage gegen den SV Waldhof Mannheim und nur neun Punkten aus neun Spielen in die Kabine stürmte, der Mannschaft den Marsch blies und anschließend Trainer Heiko Vogel feuerte. Ponomarev ging ein weiteres Risiko ein, indem er Stefan Reisinger die Verantwortung übertrug und Stefan Effenberg als Manager verpflichtete.

Effenberg ist anders. Der Medienrummel war enorm, als der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg als Manager präsentiert wurde. Wie passt die schillernde Persönlichkeit zum KFC? Einige hielten es für einen PR-Gag, doch es hat sich als erfolgreicher Schachzug erwiesen. Effenberg ist aufgrund seiner Vita eine Autorität und fungiert als Bindeglied zwischen Mannschaft und Führungsetage. Er ist bei jedem Training, in ständigem Austausch mit Trainern und Spielern. Doch Effenberg ist anders als in früheren Zeiten, wo er oft Schlagzeilen produzierte. In Uerdingen arbeitet er dezent im Hintergrund, tritt selten in Erscheinung.

Reisinger findet den richtigen Trainer. Zwei Jahre lang war er Co-Trainer, Cheftrainer konnte er nicht werden. Der 28 Jahre alte Stefan Reisinger hat nicht die notwendige Lizenz. So wurde er zum Teamchef ernannt und suchte einen Trainer mit Lizenz, mit dem er eng zusammenarbeiten kann. Seine Wahl traf auf Daniel Steuernagel, der zuletzt Kickers Offenbach betreute, aber über keinerlei Drittliga-Erfahrung verfügt. Die beiden harmonieren, weil sie kommunikationsfähig sind und ein gemeinsames Ziel haben, dem sie alles unterordnen.

Den Spielern Beine gemacht. Hat Reisinger gegen die guten Sitten verstoßen oder gar gegen einen Ehrenkodex? Der ehemalige Co-Trainer von Heiko Vogel kritisierte offen die fehlende Fitness der Mannschaft. Das war ehrlich. Er beließ es aber nicht dabei, sondern arbeitete intensiv daran, Versäumtes mit den Spielern nachzuholen. Die läuferische Leistung wurde erheblich verbessert und damit die Basis für erfolgreichere Resultate geschaffen. Denn gerade in der Dritten Liga ist die Physis manchmal wichtiger als die fußballerische Qualität.

In der Mannschaft eine Hierarchie geschaffen. Der Kapitän einer Mannschaft muss eine Führungspersönlichkeit sein, dem die Stellvertreter zur Seite stehen. Vogel hatte Jan Kirchhoff zum Kapitän ernannt, Assani Lukimya und Dominic Marof zu Stellvertretern. Kirchhoff steht verletzungsbedingt oft nicht auf dem Platz, Maroh hatte er ausgemustert. Es gab keine Hierarchie im Team. Das ist nun anders, auch weil der intelligente und kommunikative Maroh reaktiviert wurde. Er spricht mit den Spielern, ist in der Lage eine Abwehr zu organisieren. Zudem wurden Adam Matuschyk und Manuel Konrad in die Verantwortung genommen.

Die wackelige Abwehr stabilisiert. In den neun Spielen unter Vogel holte die Mannschaft neun Punkte und kassierte 16 Gegentore. In den folgenden zehn Spielen gab es 20 Punkte bei neun Gegentoren. Die deutlich verbesserte Defensivarbeit bildet neben der Fitness die zweite Säule des Erfolgs.

Die Dritte Liga angenommen. Das Duo Reisinger/Steuernagel hat den Spielern vermittelt, dass fußballerische Qualitäten und Ballbesitz nicht ausreichen, um erfolgreich zu sein. Es werden vor allem Herz, Leidenschaft, Mentalität benötigt. Kommen die fußballerischen Qualitäten hinzu, ist die Erfolgschance groß.