1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

KFC Uerdingen: Die Bedingungen sind schlecht, die Bezahlung gut - die Spieler sind zufrieden

Erfolgsprämie statt Schmerzensgeld : Den Spielern geht es beim KFC zu gut

Der KFC Uerdingen hat zuletzt zwei bittere Niederlagen kassiert, doch tabellarisch ist nicht viel passiert. Es braucht jedoch einer Veränderung - bei den Spielern.

Nie war es so leicht, aufzusteigen. Dieser Eindruck drängt sich förmlich auf. Der KFC Uerdingen hat zwei Spiele in Folge verloren, doch tabellarisch betrachtet, ist nicht viel passiert. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf Rang drei, vor den beiden Niederlagen waren es fünf Zähler. Etwas Boden verloren, aber bei noch zwölf ausstehenden Spielen ist noch alles drin.

Oder war es jemals schwerer aufzusteigen? Die Leistungsdichte in der Liga ist so enorm, dass, anders als in der Bundesliga, wirklich jeder jeden schlagen kann. Und das ist Fluch und Segen zugleich. Elf Vereine dürfen noch vom Aufstieg träumen, doch entsprechend hoch sind auch die Erwartungen.

Realitätssinn ist gefragt und gefordert. Wenn Kapitän Kirchhoff um Verständnis wirbt, so ist das legitim. Er legt den Finger in die Wunde: Die Arbeitsbedingungen in Krefeld sind katastrophal, sie sind allenfalls fünft- oder sechstklassig. Das ist keine Ausrede, sondern ein Fakt. Die Bedingungen sind unprofessionell, unwürdig und behindern die Arbeit – auf dem Platz, aber auch im wirtschaftlichen Bereich. Denn wer bereit ist, unter solchen Bedingungen zu arbeiten, unterschreibt nur, wenn er zusätzlich eine Art Schmerzensgeld erhält.

Damit muss das Thema aber auch erledigt sein. Die Spieler verdienen in Uerdingen über Drittligatarif und müssen deshalb auch liefern. Einige scheinen sich mit ihrem Dasein arrangiert zu haben: Dritte Liga, schlechte Bedingungen, gute Bezahlung. Dabei haben sie das Entscheidende vergessen: Präsident Mikhail Ponomarev will mit dem KFC in die Zweite Liga. Das muss auch das Ziel der Spieler sein. Wer das nicht verinnerlicht und will, ist hier fehl am Platz. Und der Wille allein genügt nicht. Es bedarf entsprechender Leistungen und der notwendigen Punkte.

Krämer, Meier, Vogel, Reisinger und Steuernagel – es liegt nicht am Trainer, es liegt an den Spielern, an der Auswahl, an den Verträgen. Künftig muss die Maxime lauten: Die Erfolgsprämie ist höher als das Schmerzensgeld.