KFC Uerdingen – der unzufriedene Spitzenreiter

Uerdingens Trainer grantelt : „Ich bin von einigen Spielern enttäuscht“

Trainer Stefan Krämer ist mit der Leistung, die seine Mannschaft in Halle gezeigt hat, ganz und gar nicht zufrieden. Bei aller Kritik verkommt zur Randnotiz, dass der KFC Uerdingen die Dritte Liga anführt.

An diesem Nachmittag deutete aber auch so gar nichts darauf hin, dass dort eine der erfolgreichsten deutschen Mannschaften der vergangenen sechs Monate auf dem Rasen stand. 3.114 Zuschauer in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena boten eine dürftige Kulisse im Spitzenspiel der Dritten Liga, das der KFC Uerdingen mit 2:1 (1:0) gegen den Halleschen FC gewann und damit seine imposante Siegesserie fortsetzte. Der Aufsteiger aus Krefeld, der in dieser Saison seine Heimspiele in Duisburg austragen muss, weil das Stadion Grotenburg dermaßen marode ist, dass es für mindestens neun Millionen Euro saniert werden muss, übernahm damit die Tabellenführung. Seit Trainer Stefan Krämer im März das Amt übernommen hat, feierte die Mannschaft in 21 Begegnungen 18 Siege und hat nur ein einziges Mal verloren.

Anderenorts wird der Spitzenreiter euphorisch gefeiert, beim KFC Uerdingen gaben sich Spieler und Verantwortliche nach dem Spiel zerknirscht, aber erleichtert. Sie waren sich dessen bewusst, dass es noch einmal gut gegangen war. Denn die Mannschaft hatte nach der Pause mit einer 1:0-Führung durch Stefan Aigner im Rücken und in Überzahl, weil der Hallenser Braydon Manu nach einer halben Stunde des Feldes verwiesen worden war,extrem abgebaut und das Glück herausgefordert. „Wenn wir häufiger so eine Leistung zeigen, werden wir nicht mehr viele Punkte holen“, meinte Erfolgstrainer Stefan Krämer verschnupft. „Ich bin von einigen Spielern enttäuscht. Wir werden das intern regeln, aber ich werde Ross und Reiter nennen.“

Die Spieler gaben sich selbstkritisch. „Es war in der zweiten Halbzeit kein gutes Spiel“, sagte Kevin Großkreutz, Weltmeister von 2014. „Wir können besser spielen und müssen zulegen. Heute hatten wir etwas Glück, aber was zählt, sind die drei Punkte.“

Dem mag auch Krämer nicht widersprechen, der insgesamt mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden ist und den die bisherige Bilanz „mega happy“ macht. Das ist verständlich, weist die Tabelle den KFC doch als Spitzenreiter mit vier Zählern Vorsprung auf den Tabellendritten aus, der bereits gegen vier der fünf Verfolger gespielt hat.

„Die Ergebnisse sind gut, aber wir haben in manchen Spielen auch das berühmte Quäntchen Glück gehabt“, sagt Krämer, dessen Mannschaft kommenden Samstag die nächste Nagelprobe bestehen muss: beim Verfolger Nummer sechs, dem Karlsruher SC.

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