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KFC Uerdingen: Der Mut von Trainer Stefan Krämer wird belohnt

Veränderungen beim KFC Uerdingen : Der Mut von Trainer Stefan Krämer wird belohnt

Trainer Stefan Krämer wird für seinen Mut belohnt. Dank veränderter Aufstellung und Taktik gewinnt der KFC Uerdingen beim MSV Duisburg mit 2:0. Gustav Marcussen und Muhammed Kiprit erzielen die Tore.

Stefan Krämer mag das Risiko – zumindest im Fußball. Er mag es, unter Druck zu stehen, mit dem Rücken zur Wand. Er marschiert dann voran, zeigt Flagge, scheut weder Diskussionen noch Veränderungen. Davon gab es in den zurückliegenden Tagen reichlich. In zwei Krisensitzungen über mehrere Stunden erklärte der Trainer Präsident Mikhail Ponomarev die Gründe für den unbefriedigenden Saisonstart. Dabei waren natürlich auch der personelle Umbruch und die zahlreichen verletzten Führungsspieler ein Thema.

Doch der Coach, der nach den hinzu gekommenen Ausfällen von Kolja Pusch und Tim Albutat zu Umstellungen gezwungen war, veränderte seine Anfangsformation auf gleich sieben Positionen. „Es freut mich für das Team, das so noch nie zusammen gespielt hat“, sagte Krämer nach dem verdienten 2:0-Sieg beim MSV Duisburg. „Wir standen kompakter und sind heute nicht ganz so früh angelaufen. Wir hatten viele Führungsspieler nicht dabei, haben aber das Herz auf den Platz bekommen.“

Letzteres zeigte sich in hoher Laufbereitschaft, starker Kampfkraft und großem Teamgeist. „Es hat Spaß gemacht, wie einer für den anderen gekämpft hat, und wenn einer einen Fehler gemacht hat, war der andere da und hat ihn ausgebügelt“, meinte Patrick Göbel. „Für mich war es ein gelungenes Debüt, es hat Spaß gemacht.“ Dem konnte sich Gustav Marcussen nur anschließen. „Es war ein gutes Spiel“, sagte der Schütze des Führungstreffers. „Wir standen kompakt und haben auf unsere Chance gewartet. In der ersten Halbzeit haben wir uns an unseren Plan gehalten, nach dem Wechsel waren wir effektiv. Ich freue mich über den Sieg und über mein erstes Tor für den KFC. Wir brauchten den Sieg und ich bin froh, dass wir ihn geholt haben.“

Entsprang der Führungstreffer einer Situation, in der der Ball wie eine Billardkugel durch den Fünf-Meter-Raum sprang, so war das zweite Tor schön heraus gespielt. Dabei wartete Torjäger Muhammed Kiprit mit einer besonderen Leistung auf, indem er nach einem langen Lauf ohne zu zögern mit einem guten Schuss ins lange Eck traf. Es war bereits sein viertes Saisontor. „Das ist ein spannender Junge“, sagte Krämer. „Wenn er eine Chance hat, macht er sie rein.“

Die Basis der Erfolgs war aber eine grundsolide Defensivleistung. Dabei bewährten sich neben dem rechten Verteidiger Göbel vor allem Innenverteidiger Edvinas Girdvainis, aber auch Torhüter Hidde Jurjus. Der Keeper, der im Sommer vom PSV Eindhoven kam, gab sein Debüt. Allerdings hatte er keine Chance, sich auszuzeichnen, weil er vom offensiv harmlosen MSV nur zwei Bälle aufs Tor bekam.Trotzdem hinterließ er einen guten Eindruck, weil er bei Rückpässen ruhig agierte und sich als fußballerisch sicher erwies – typisch niederländisch.

Aber auch das defensive Mittelfeld leistete gute Arbeit. Dave Gnaase, Gino Fechner und Fridolin Wagner räumten vor dem Sechzehner ab, so dass die Meidericher kaum einmal in den Strafraum eindrangen. So erlebte Krämer zumindest in der Schlussphase einen stressfreien Nachmittag. „Das Führungstor hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagte er. „Nach dem 2:0 war ich relativ sicher, dass wir gewinnen.“ Mehr noch, es war dann so ein Spiel, das noch hätte Stunden dauern können, ohne dass das Tor des KFC in Gefahr gerät. „Der Sieg tut unglaublich gut“, gestand Fechner. „Wir haben sechs Punkte aus der englischen Woche geholt. Selbstvertrauen holt man sich über Siege, und Selbstvertrauen ist das A und O.“