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KFC Uerdingen: Dauerbrenner Christian Dorda zündet erstmals nicht

KFC-Verteidiger Dorda : Uerdingens Dauerbrenner zündet erstmals nicht

Der 32 Jahre alte Verteidiger stand in den zurückliegenden vier Jahren so oft auf dem Platz wie kein andere Spieler des KFC. Ausgerechnet jetzt schwächelt er erstmals, sucht aber keine Ausflüchte, sondern nimmt den Kampf um den Klassenerhalt an.

Etwas nahezu Unvorstellbares ist eingetreten, womit nun wirklich nicht zu rechnen war: Christian Dorda ist von der Rolle; der Verteidiger des KFC Uerdingen schwächelt und hat größte Mühe, seine Leistung zu stabilisieren. In den zurückliegenden vier Spielen verschlief er jeweils die Anfangsphase und war an den Gegentoren zumindest mitschuldig.

Gegen Zwickau (1:1) ließ sich Dorda von Torjäger Ronny König wie ein Nachwuchsspieler abschütteln, so dass der KFC früh einem Rückstand hinterherlaufen musste. „da hab ich mich nicht gut angestellt, das muss ich besser lösen“, gestand er reuig.

Gegen den TSV 1860 München (1:3) war er nach 175 Sekunden nach einem Eckball nicht zur Stelle, so dass sein Gegenspieler ungehindert einköpfen konnte.

In Halle (1:2) geriet der Uerdinger Routinier in den ersten 20 Minuten in allergrößte Not, weil ihn der kleine Manu schwindelig spielte und ihm eins ums andere Mal entwischte.

In Verl (0:3) war Dorda beim 0:1 sehr weit aufgerückt und kam zu spät, um nach einer Viertelstunde den Rückstand zu verhindern. Beim zweiten Gegentreffer war „Dodo“ erneut zu weit vorne postiert, weil er nicht damit rechnete, dass der Ball nach dem schwachen Abschlag von Torhüter Lukas Königshofer sofort zurückkommt.

Völlig unvorstellbar ist es natürlich nicht, dass Christian Dorda mal patzt oder eine Schwächephase hat. Aber es ist extrem ungewöhnlich. Der 32 Jahre alte linke Verteidiger hat sich in den zurückliegenden Jahren nämlich den Ruf als „Mr. Zuverlässig“ erworben. Kein anderer Spieler trägt so lange das blau-rote Trikot wie er. Er ist der einzige, der bereits in der Regionalliga für den KFC auflief und zum Aufstieg in die Dritte Liga beitrug. Kaum ein anderer hat in der Vergangenheit derart stabile und solide Leistungen gebracht wie er. Kein anderer Uerdinger stand so viele Minuten auf dem Feld wie er: in der Saison 2017/18 brachte er es auf die zweitmeisten Einsatzminuten und eine Einsatzquote von 94 Prozent, in der Saison 18/19 hatte er die meisten Einsatzminuten (95 Prozent), in der Saison 19/20 erneut die zweitmeisten Minuten (87 Prozent) und in dieser Saison erneut die meisten Minuten (91 Prozent). Bei allen Fußballlehrern in den zurückliegenden vier Jahren war Dorda gesetzt. „Den stellst du auf und du weißt, was du bekommst“, hat der ehemalige Trainer Stefan Krämer einmal über ihn gesagt.

Christian Dorda ist verheiratet, hat zwei Kinder, ist vernünftig und zeichnet ein realistisches Bild. „Wir haben in Verl absolut verdient verloren“, sagt er. „Wir hatten in der ersten Halbzeit so gut wie keinen Zugriff, sie haben uns jedes Mal durch die Ketten gespielt. Wir waren gedanklich jedes Mal einen Tick zu spät dran.“

Auch die Situation des KFC im Kampf um den Klassenerhalt beschreibt er nüchtern: „Wir müssen langsam punkten, die Spiele werden immer weniger. Am Samstag in München müssen wir eine bessere Leistung zeigen, kompakter stehen, wir brauchen Punkte.“

Dass die bis vor wenigen Wochen beste Abwehr der Liga plötzlich eine Torflut hinnehmen muss, erklärt er so: „Wir werden momentan sehr, sehr hart bestraft. Meistens ist die erste Chance sofort ein Gegentor. Wir verteidigen als Mannschaft nicht geschlossen genug und machen zu viele individuelle Fehler.“

Ein Patentrezept, wie die Wende herbeigeführt und der Abstieg verhindert werden kann, hat Dorda nicht, vielmehr setzt er auf nüchterne Arbeit: „Wir müssen ein paar Sachen ansprechen, so geht es nicht weiter. Es geht um den Verein, es geht um jeden einzelnen Spieler. Wir brauchen die Punkte und werden nichtsdestotrotz die Köpfe nicht hängen lassen. Wir müssen eine positive Stimmung rein bekommen, denn das Spiel in München ist sehr, sehr wichtig. Das weiß auch jeder Spieler.“