Wo bleiben die Vollzugsmeldungen? Das große Schweigen im KFC-Walde

Krefeld · Der KFC Uerdingen ist abgetaucht. Und das, obwohl gerade alle Drähte glühen, alle Ressourcen genutzt und alle Mühen aufgebracht werden müssen, um schnellstmöglich einen neuen Kader zusammen zu haben.

Bislang herrscht große Leere rund um die Grotenburg.

Bislang herrscht große Leere rund um die Grotenburg.

Foto: Thomas Schulze

Vollmundig waren die Ankündigungen, doch bislang herrscht Stille. Filmisch dargestellt würde man rund um die Grotenburg die Grillen zirpen hören. Neue Spieler sind bislang Fehlanzeige, neue Sponsoren ebenfalls und von einem neuen Trainer ist nach wie vor nicht viel zu sehen.

Mehr als große Ankündigungen hat der Klub bislang nicht geboten. Michél Dinzey und Rüdiger Abramczik – wohlklingende Namen und für Fußballinteressierte sicher keine Unbekannten. Ob sie aber tatsächlich beim KFC aufschlagen werden oder ob die Ankündigungen nur heiße Luft waren, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Bis Ende dieser Woche sollte sowohl auf der Trainerposition als auch bei den Sponsoren Klarheit herrschen. Klar ist hingegen nur, dass seit Tagen niemand beim KFC erreichbar für Anfragen ist.

Auch für die eigenen Mitarbeiter ist der Klub nicht greifbar. Sowohl Interimscoach Levan Kenia als auch dessen rechte Hand Johannes Dahms haben seit dem Aufstieg nichts mehr vom Verein gehört. Gleiches trifft auch auf Sunay Acar, der eigentlich der neue Trainer sein sollte, und Osman Sahan, der als sportlicher Leiter beim KFC anfangen sollte, zu. Auch mit diesen beiden Angestellten findet von Vereinsseite gar kein Austausch statt. Ganz zu schweigen von Marcus John, der inzwischen nur noch über Anwälte mit dem Klub kommuniziert.

Nun könnte man argumentieren, dass man mit den drei Letztgenannten gar nicht zusammenarbeiten möchte. Dennoch sind sie beim Verein durch gültige Verträge angestellt und haben somit zumindest das Recht, dass man sich miteinander hinsetzt und eine Lösung findet. Doch auch daran scheint man beim Verein nicht wesentlich interessiert zu sein.

Dagegen hat sich offensichtlich Mehmet Eser, Chef der Spieleragentur M-Soccermanagement, zum neuen Chef der Kommunikation im Verein aufgeschwungen. Denn Eser war in den vergangenen Tagen der Einzige, der redselig Auskünfte zu den neuen Plänen gab. Doch inzwischen ist auch er nicht mehr erreichbar für Informationen und Fragen rund um den Pokalsieger von 1985.

Dabei sollen bis nächster Woche etwa 20 neue Spieler den Weg zum Verein finden. Woher diese kommen sollen, lässt sich an einer Hand abzählen: Wahrscheinlich von der Spieleragentur M-Soccermanagement.

Es ist und bleibt ein Rätsel, wie und ob der Verein die vielen Verbindlichkeiten in den kommenden Tagen bedienen kann und wird. Immerhin die Fans halten weiter zum Klub. Bislang wurden 650 Dauerkarten für die kommende Saison abgesetzt.