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KFC Uerdingen: Das neue Saisonziel ist der Klassenerhalt

Zwölf Spiele ohne Sieg : Uerdingens neues Saisonziel lautet Klassenerhalt

Zwölf Spiele ohne Sieg haben aus dem KFC Uerdingen einen Abstiegskandidaten werden lassen. Das Team nimmt die Herausforderung an. Das muss es auch, um zu bestehen.

Adriano Grimaldi hatte sein erstes Tor im Trikot des KFC Uerdingen erzielt – endlich! Endlich, nicht weil er als Stürmer Ladehemmung hatte, sondern weil er zweieinhalb Monate lang an einer Verletzung des Sprunggelenks laboriert hatte. Bei seinem dritten Einsatz hatte es nun geklingelt – endlich. Doch bei dem 27 Jahre alten Torjäger wollte einfach keine Freude aufkommen. „Scheiße fühlt es sich an“, gewährte Grimaldi einen kurzen Einblick in seine Gefühlswelt. „Wir haben verloren.“ Mit 2:4 gegen den 1. FC Kaiserslautern, womit der KFC Uerdingen auch im zwölften Spiel in Folge ohne Erfolgserlebnis blieb. Der Stürmer, der in der Schlussphase den zweiten Treffer erzielte, der jedoch nicht mehr als Ergebniskosmetik war, übernahm auch nach dem Spiel Verantwortung: „Vor dem 1:1 darf ich mich nicht austanzen lassen.“ Der Ausgleich war der Anfang vom Ende, denn zwei Minuten später gab es das 1:2. Uerdingen kam nicht mehr auf die Beine und ging nach einem Fehler von Dominic Maroh endgültig in die Knie.

Nach zwölf Spielen ohne Sieg muss das Saisonziel neu definiert werden. Der sofortige Durchmarsch von der Oberliga in die Zweite Liga, mit dem einige geliebäugelt hatten, ist abgeblasen. Nach zwei Aufstiegen in Folge ist Konsolidierung angesagt, was Realisten eher als Glück denn als Unglück betrachten. Das für einen Aufsteiger angemessene Ziel ist der Klassenerhalt. Das haben die Uerdinger nun erkannt, quasi gezwungenermaßen. So wurde nach dem Spiel gegen die Pfälzer der Kampf um den Klassenerhalt ausgerufen. „Solche Gegentore dürfen in der Dritten Liga nicht fallen“, sagte Trainer Frank Heinemann, an dem es gewiss nicht liegt. „Das war zu dünn, zu wenig aggressiv. Außerdem hatte Kaiserslautern viel mehr Tempo. 41 Punkte sind definitiv zu wenig, damit bleiben wir nicht in der Liga. Der Abstiegskampf ist nicht nur im Hinterkopf, er ist Fakt.“

Hatte in den vergangenen Wochen oft der Sturm Ladehemmung, so war die Defensivarbeit erneut völlig unzureichend. Ein ums andere Mal sprinteten die Lauterer den Krefeldern davon und zeigten erneut, dass es dem KFC an Tempo mangelt. Manches kann mit Erfahrung und einem guten Stellungsspiel kompensiert werden, doch wenn die Räume zu groß sind und Konzentrationsschwächen hinzu kommen, wird es schwer. Natürlich fängt die Defensivarbeit vorne an, doch gelingt es im Mittelfeld nicht, das Aufbauspiel des Gegners, das manchmal allerdings nur in einem langen Ball besteht, zu verhindern oder auch nur zu stören. Auf der anderen Seite ist der Spielaufbau der Uerdinger viel zu oft ideenlos und mangelhaft.

Es gab aber auch positive Erkenntnisse: Einstellung, Kampfgeist und Moral waren gegeben. Maximilian Beister agierte vorbildlich. Maurice Litka war ein Aktivposten, Kevin Großkreutz zeigte im Mittelfeld mehr Effektivität und Mario Erb war nach seiner Einwechslung eine Verstärkung. Aspekte, die darauf hindeuten, dass die Leidenszeit der KFC-Fans bald enden könnte.