Nach Hängepartie: Ungarn stimmt Nato-Aufnahme Schwedens zu
EILMELDUNG
Nach Hängepartie: Ungarn stimmt Nato-Aufnahme Schwedens zu

Sponsor für 1905 Euro Krefeld auf der Brust: Marc Schürmann will den Verein in der Stadt verankern

Krefeld · Morgens hatte der Vorstand die Hiobsbotschaft in puncto Hauptsponsor veröffentlicht, abends gab es den ersten Sponsorenabend der Saison: von Resignation keine Spur. Wie der Vorsitzende Marc Schürmann den Spagat schaffte.

 Beim Sponsorenabend im Campus Fichtenhain präsentierte der KFC-Vorsitzende Marc Schürmann (mit Brille) seinen Plan B.

Beim Sponsorenabend im Campus Fichtenhain präsentierte der KFC-Vorsitzende Marc Schürmann (mit Brille) seinen Plan B.

Foto: Thomas Schulze

Er strahlt fast immer, ist zuversichtlich und bereit, anzupacken. Doch dieser Tag war eine emotionale Achterbahnfahrt – mit Happyend? „Natürlich ist es schon etwas komisch, heute Abend hier zu stehen und gute Laune zu verbreiten“, gestand Marc Schürmann, der Vorsitzende des KFC Uerdingen, zu Beginn des Sponsorentreffens. „Ihr habt ja heute Morgen alle gelesen, wie es um den Verein steht.“

Wie es steht? Dem Fußball-Oberligisten fehlen knapp 250.000 Euro des Hauptsponsors dasbob. Und weil er mehrfache Fristen verstreichen ließ und nur vertröstete anstatt zu zahlen, hat der KFC juristische Schritte aus gutem Grund eingeleitet: weil er demnächst nicht seinen Verpflichtugen nachkommen kann, wenn er kein Geld erhält.

Zufall war die Wahl des Termins sicherlich nicht, eher professionelles Kalkül. Es war ein Abend in gepflegter Atmosphäre gehobenen Niveaus, mindestens eines Drittligisten würdig. Beim Wein und Bier fanden Gespräche statt, bei einigen Köstlichkeiten wurde der Brocken vom Morgen verdaut, bei Live-Musik genetztwerkt und ein Zauberer sorgte für Erstaunen – nur einen neuen Hauptsponsor konnte auch er nicht aus dem Hut zaubern.

Daher meldete sich um 21.45 Uhr Marc Schürmann noch einmal zu Wort und präsentierte den erwartungsfrohen 80 Gästen seinen Plan B. „Wir müssen endlich in der Stadt präsent sein“, sagte der Vorsitzende. „Wir haben einige Anfänge gemacht, aber da muss noch viel mehr von uns kommen. Ähnlich ist es im Sponsoring: da müssen wir unsere Möglichkeiten besser nutzen.“ Und wie sieht es mit dem Hauptsponsor aus? Schürmann, einst mit dasbob geschäftlich verbandelt, legte ein klares Bekenntnis ab: „Ich bin Vorstandsvorsitzender des KFC, da gibt es kein rechts und kein links.“

Und dann war es endlich so weit: Plan B wurde präsentiert. „Plan B steht und wir werden viel Freude daran haben“, sagte Schürmann, der Martin vom Hofe mit seiner Agentur all about sports an Bord geholt hat. Die Idee: Krefeld wird Hauptsponsor und steht auf der Brust. Doch damit nicht genug: Jeder kann Hauptsponsor werden für 1905 Euro. Was er dafür bekommt? Der Name des Geldgebers steht mit auf dem Trikot, ein Mannschaftsfoto mit seinem Logo, wenn gewünscht auch ein Foto-Shooting mit den Spielern. Die Idee, mit der vom Hofe kam, ist nicht neu; er hat sie zum Beispiel schon erfolgreich bei Rot-Weiss Essen umgesetzt.

Soll der Ausfall von dasbob komplett aufgefangen werden, so würden rund 250 Sponsoren benötigt, die sich mit je 1905 Euro engagieren. „Das muss nicht zwingend so sein“, entgegnet Schürmann. „Ein Unternehmen kann sich ja auch mit 19.050 Euro engagieren, was mir natürlich noch lieber wäre. Und Oberbürgermeister Frank Meyer ist von der Idee begeistert. Aber das wäre ich an seiner Stelle auch, wenn Krefeld groß auf der Brust steht.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort