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Die Hintergründe Knatsch im Vorstand eskaliert: Marc Schürmann tritt zurück

Krefeld · Marc Schürmann ist als Vorsitzender des KFC Uerdingen zurückgetreten. Der Verwaltungsrat ist völlig überrascht. Vorausgegangen waren unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten in dem Gremium.

 Marc Schürmann (links) und Bernd Limberg zogen nicht mehr in die gleiche Richtung.

Marc Schürmann (links) und Bernd Limberg zogen nicht mehr in die gleiche Richtung.

Foto: KFC

Die vom KFC Uerdingen verschickte offizielle Pressemitteilung erweckt den Eindruck, als sei alles bestens und eine neue Ära fange an. Marc Schürmann sei „aus persönlichen Gründen“ zurückgetreten. Und natürlich wird das bedauernd zur Kenntnis genommen. Und natürlich ist auch die Handlungsfähigkeit des Vereins „uneingeschränkt gegeben“. „Wir arbeiten mit Hochdruck weiter daran, unseren Club zu stabilisieren und wieder auf Kurs zu bringen“, berichtet Finanzvorstand Bernd Limberg. Weiter wird der Eindruck zu erwecken versucht, als gebe es ein Konzept. „Wir haben uns intern abgestimmt und darauf verständigt, dass Sebastian Thißen die Aufgabenbereiche im Vorstand erst einmal übernehmen wird“, berichtet Andreas Scholten, stellv. Vorsitzender. „Den Bereich Sponsoring wird außerdem Christian Gummert federführend verantworten. Dabei erhalten wir auch noch Unterstützung durch die Zusammenarbeit mit der VEU Ruhr GmbH & Co. KG, die einen KFC-Unternehmer-Kreis aufbauen wird.“

Diese einseitige Sicht bedarf dringend der Ergänzung. „Ich war überrascht“, sagt der Verwaltungsratsvorsitzende Nils Gehlings. „Ich habe Marc auch gefragt, ob wir ihn umstimmen können, ob es eine Umkehr gibt. Aber es gab keine Chance. Das ist sehr bedauerlich. Er hat sieben Tage lang 24 Stunden ehrenamtlich für den KFC gearbeitet. Es müssen in Zukunft andere Strukturen her.“ Zu den so genannten persönlichen Gründen wollte Gehlings sich nicht äußern.

Auf der Suche nach den wahren Gründen, zu denen sich niemand äußern möchte, hat sich folgendes Bild herauskristallisiert. Auf einer Vorstandssitzung, an der neben Schürmann die Mitglieder Andreas Scholten, Bernd Limberg und Sebastian Thißen sowie die dem Gremium nicht angehörenden Christian Gummert und Christoph Schössler teilgenommen haben sollen, wurden schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden erhoben. Er habe das Vertrauen der Sponsoren verloren. Schürmann soll dies nicht nur energisch zurückgewiesen, sondern vor allem auch die Rückendeckung  seiner Kollegen vermisst haben. Er soll dies als klaren Vertrauensbruch empfunden haben. So sei die Meinungsverschiedenheit eskaliert. Konkret dazu äußern möchte sich keiner, schließlich soll keine schmutzige Wäsche gewaschen und weiterer Schaden vom Verein abgehalten werden.

Das ist verständlich, denn der Schaden ist auch so schon bereits erheblich. Immerhin hat der Rücktritt somit nichts mit der derzeit schwierigen finanziellen Situation des Vereins zu tun. Die Vermutung einiger Fans, die Uerdinger müssten in Kürze Insolvenz beantragen und Schürmann sei deshalb zurückgetreten, wurde von allen Funktionären als falsch zurückgewiesen.

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