KFC Uerdingen: Darum sind die Auftsiegschancen gering

Zu wenig Tore, kein Trainingsgelände : Darum ist die Aufstiegschance des KFC Uerdingen gering

Nur drei Punkte beträgt der Rückstand des KFC Uerdingen auf Rang drei. Kann der Traditionsverein im Mai den Aufstieg in die Zweite Liga feiern? Das ist nicht ausgeschlossen, wird aber schwierig.

Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel sind gut drauf. „Die zwei Tage haben richtig Spaß gemacht“, sagt Steuernagel. „Wir hatten geile Plätze. Und der schlechtere, den wir heute bekommen haben, war besser als alles andere, was wir zuvor hatten. Wir hatten richtig gute Bedingungen und konnten unser Trainer zum ersten Mal in der Vorbereitung so durchziehen, wie wir es geplant hatten.“ Ermöglicht hat das Manager Stefan Effenberg, der den Kollegen Max Eberl in Mönchengladbach kontaktiert hatte. Nach dem Flop-Trainingslager in der Toskana, das aufgrund schlechter Platzverhältnisse nach nur einem Tag abgebrochen werden musste, war Effenbergs Aktion diesmal von Erfolg gekrönt. „Unser Dank gilt der Borussia, auch wenn es eine einmalige Aktion war“, sagt Steuernagel.

Die katastrophalen Trainingsbedingungen in Krefeld – der KFC hat inzwischen auf neun verschiedenen Anlagen trainiert – sind nicht förderlich, aber auch nicht entscheidend für ein erfolgreiches Abschneiden in der Rückrunde. Denn die Mannschaft unter dem Duo Reisinger/Steuernagel aus elf Spielen 21 Punkte geholt – eine Quote, die hochgerechnet gute Aufstiegschancen bieten würde. „Die Infrastruktur darf keine Ausrede sein“, sagt Reisinger. „Aber sie ist ein Fakt.“

Weit mehr Kopfzerbrechen bereitet dem Führungsduo die schwache Torausbeute. Die Uerdinger haben mit 24 Toren den drittschwächsten Angriff der Liga. Ein Hoffnungsträger hat sich am Mittwoch erneut verletzt. Adriano Grimaldi erlitt in Bochum (0:2) einen Muskelfaserriss. „Er wollte gar nicht in die Röhre“, berichtet Reisinger. Verständlich, ist der robuste Mittelstürmer doch nun schon seit einem Jahr verletzt. „Es ist für ihn ganz bitter“, sagt Reisinger. „Kaum ist er dran, kommt der nächste Rückschlag.“

Allein auf Tom Boere können sich die Uerdinger aber nicht verlassen. Der 27 Jahre alte Niederländer, der erst während der Saison kam, hat in 13 Spielen neun Treffer erzielt und die Erwartungen erfüllt. Platz zwei der vereinsinternen Torjägerliste belegt Franck Evina, der in den ersten vier Begegnungen je einmal getroffen hat, aber seitdem nicht mehr. Auf Platz drei rangieren Assani Lukimya und Roberto Rodriguez mit jeweils zwei Toren.

  „Unsere Punktausbeute ist okay“, sagt Steuernagel. „Aber wir haben ein negatives Torverhältnis, und die Tabelle lügt bekanntlich nicht. Unser Ziel muss es sein, Tore zu schießen. Wenn wir keine Tore schießen, wird es schwer.“ Reisinger ermutigt die Spieler ausdrücklich, sich etwas zuzutrauen und zu schießen. Und er hofft, dass sich in der Rückrunde auch noch andere in der Vordergrund spielen: „So wie Konrad und Kinsombi das vor der Winterpause gelungen ist. Vielleicht drehen Barry, Pflücke, Mbom oder Ibrahimaj jetzt auf. Sie haben in der Vorbereitung in jeder Einheit gut mitgezogen.“

Ist die Aufstiegschance realistisch? „Das werden bereits die ersten Spiele zeigen“, sagt Steuernagel. Am Sonntag (14 Uhr in Düsseldorf) kommt Bayern München II.