KFC Uerdingen: Connor Krempicki schießt sich aus der Krise

Tolles Comeback : Uerdingens Krempicki schüttelt die Krise ab

KFC-Mittelfeldspieler Connor Krempicki meldet sich mit zwei ordentlichen Auftritten und zwei Toren eindrucksvoll zurück. Überrascht hat er Trainer Frank Heinemann damit nicht.

Am 11. März stieg Connor Krempicki in seinen königsblauen BMW und brauste mit quietschenden Reifen davon. Wenige Minuten zuvor hatte Norbert Meier, der damalige Trainer des KFC Uerdingen, den Kader für das Spiel beim FSV Zwickau bekannt gegeben. Connor Krempicki war nicht dabei. Das war für den 24 Jahre alten Mittelfeldspieler eine völlig neue Erfahrung, denn seit seinem Wechsel nach Krefeld im Sommer 2017 hatte er eigentlich immer gespielt. In den 63 Meisterschaftsspielen, zwei davon in der Relegation, hatte er lediglich vier Mal auf der Bank gesessen und zwei Mal wegen einer Gelb-Sperre gefehlt – aber dem Kader hatte er immer angehört. Bei den Trainern Michael Wiesinger und Stefan Krämer war er somit gesetzt. Letzterer lobte ihn und machte sich vor einem Jahr für eine Vertragsverlängerung von Krempicki stark: „Was der Junge an Kilometern abreißt, ist unglaublich.“

Meier, der großen Wert auf Disziplin legte, reichte das nicht. Allerdings war der Konkurrenzkampf im Mittelfeld durch die Verpflichtungen von Adam Matuschyk und Roberto Rodriguez auch noch größer geworden. Krempicki saß draußen.

Bis zum Pokalspiel bei Rot-Weiß Essen. Da bekam er seine Chance und er nutzte sie mit einer ordentlichen, engagierten Leistung. Und er trug sich in die Torschützenliste ein: Nach einem Pfostenschuss von Maximilian Beister hämmerte Krempicki den Abpraller zwischen Verteidigern und Torhüter hindurch in die Maschen – ein reiner Willensakt. Auch wenige Tage später in Lotte war es Ausdruck seiner Mentalität, als er sich ein Herz fasste und den Ball aus 20 Metern ins Tor schoss. „Ich habe eigentlich einen ganz guten Schuss, aber ich suche noch zu selten den Abschluss“, sagt der Torschütze selbstkritisch. Sowohl in Essen als auch in Lotte war der der vorentscheidende Treffer zum 2:0.

Connor Krempicki hat sich zurück gemeldet – wie der KFC. „Ich habe den Kopf nicht hängen lassen und einfach weiter gemacht“, sagt der Blondschopf rückblickend. „Ich habe nicht viel darüber nachgedacht, sondern einfach versucht, im Training durch Leistung zu überzeugen. Im Fußball gibt es schon mal solch eine Durststrecke. Da hilft dann nur ein Erfolgserlebnis, das hatte wir. Jetzt müssen wir da weiter machen, wo wir aufgehört haben.“

Der neue Trainer Frank Heinemann beurteilt Krempickis Leistung in den beiden Spielen Nüchtern: „Er war nicht im Kader und hat jetzt seine Chance bekommen und sie genutzt.“ Der neue Coach hat nur wenig verändert, aber die Hereinnahme von Krempicki war eine dieser kleinen Veränderungen. Überrascht hat ihn der Mittelfeldspieler jedoch nicht: „Seine Qualitäten sind doch alle bekannt. Er hat ein gutes Tempo, einen guten Schuss. Es gibt immer so Phasen, wo es nicht so läuft. Entscheidend ist, wie man da raus kommt, und er ist eindrucksvoll da raus gekommen.“ Krempicki wird auch am Sonntag gegen den Spitzenreiter VfL Osnabrück auf dem Platz stehen.

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