KFC Uerdingen: Chef-Trainer Daniel Steuernagel vier Mal in der Rolle des Novizen

Was auf den Trainer einprasselt : Steuernagels vier Premieren

Der neue Cheftrainer des KFC Uerdingen sitzt in München erstmals in der 3. Liga auf der Bank. Aber nicht nur das.

In diesen ersten Tagen prasselt auf Daniel Steuernagel, den Chef-Trainer des KFC Uerdingen, ziemlich viel ein, auch viel Neues. Krefeld – eine neue Stadt, von der er noch nicht allzu viel gesehen hat. Aber das ist auch zweitrangig. Die Mannschaft – mit ihr befasst er sich in diesen Tagen vor allem, lernt die Spieler kennen, muss viele Namen behalten. Das Umfeld – vom Präsidenten bis hin zum Busfahrer. Das Stadion – den Rasen und den Platzwart. Da kommt ihm die Fahrt nach München gerade recht – ein paar Stunden inne halten, durchatmen, Revue passieren lassen, was in den vergangenen Tagen geschehen ist, es sortieren und einordnen.

Aber auch diese Fahrt ist ist für ihn eine Premiere. Denn es geht nicht wie üblich mit dem Bus zu einem Auswärtsspiel, sondern mit dem Zug. Nach dem Training am Vormittag ging es zum Düsseldorfer Hauptbahnhof und von dort nach München. „Das ist ungewöhnlich, aber ungewöhnlich gut“, sagte Steuernagel und lacht. „Zum einen sind wir schneller, denn am Freitag Nachmittag kommt kaum einer auf den Autobahn zügig voran. Und im Zug können die Spieler auch mal aufstehen und laufen, das ist sicherlich auch von Vorteil. Und die Verbindung von Düsseldorf nach München ist auch gut.“

Die Zugfahrt zu einem Auswärtsspiel ist der erste Teil der vier Premieren. Hinzu kommt, dass Steuernagel erstmals beim KFC auf der Bank sitzt, auch zum ersten Mal in München an der Seitenlinie steht und auch noch nie zuvor in der 3. Liga aktiv war. Hinzu kommt für ihn ein Zuschauerrekord. Ganz schön viel auf einmal. Aber er nimmt es mit Humor: „Die bislang größte Kulisse hatte ich als Trainer von Kickers Offenbach beim Spiel in Mannheim. Da waren 14.000 Zuschauer, aber wir haben 3:1 gewonnen. Wenn die Zuschauerzahl getoppt wird, aber wir mit dem gleichen Ergebnis gewinnen, bin ich zufrieden.“

Die ersten Eindrücke, die Steuernagel in Uerdingen gewonnen hat, sind positiv. Das ist zu Beginn einer Tätigkeit meist so. Aber der Trainer hofft, dass diese Eindrücke nachhaltig sind, dass es möglichst lange so bleibt. Er ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen. Dabei helfen sollen eine intensive, gelungene Kommunikation und klar verteilte Kompetenzen im Trainerteam. Und er weiß, dass im Fußball auch vieles von der Stimmung abhängig ist. „Mir ist es wichtig, dass die Spieler mit Freude zum Training kommen, auch wenn es manchmal hart ist“, sagt er.

Das ist vor allem der Fall, wenn die Ergebnisse stimmen. Deshalb kommt der Begegnung beim TSV 1860 München besondere Bedeutung zu. Es ist das erste Spiel unter der neuen sportlichen Leistung, die in der Länderspielpause installiert wurde: mit Manager Stefan Effenberg, Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel. „Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen alle an einem Strang ziehen“, fordert Reisinger, der in den vergangenen zwei, drei Wochen viel im körperlichen Bereich mit der Mannschaft gearbeitet hat.

In München fehlen die verletzten Adriano Grimaldi (Sehnenanriss) und Kevin Großkreutz (Zerrung im Hüftbeuger) sowie Dennis Daube, Tobias Rühle und Oliver Steurer, die sich im Aufbautraining befinden. Zudem blieb Selim Gündüz daheim.

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