1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

KFC Uerdingen bleibt in Deckung, aber: Kein Spiel ist auch keine Lösung

Geisterspiele oder Saisonabbruch? : Kein Spiel ist auch keine Lösung

Die Folgen eines Saisonabbruchs sind nicht überschaubar. Neben sportlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen käme es sicherlich auch zu zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen.

Im Fußball wird die Frage, ob die Saison mit Geisterspielen fortgesetzt werden soll, kontrovers diskutiert. Dabei zeichnet sich ab, dass in der ersten und zweiten Liga der Spielbetrieb in den nächsten Wochen wieder aufgenommen und die Saison sportlich beendet wird. Und es gilt als ziemlich sicher, dass die Saison von der Regionalliga abwärts abgebrochen wird. Die 3. Liga an der Schnittstelle steht hingegen vor einer Zerreißprobe.

Montag Nachmittag werden die 20 Manager der Drittligisten sich mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wieder zu einem weiteren Gedankenaustausch per Videokonferenz zusammenschalten. Eine Entscheidung über die Fortsetzung oder einen Abbruch der Saison wird noch nicht fallen, aber die verschiedenen Möglichkeiten dürften durchdekliniert werden. Bislang haben sich acht Vereine für einen Abbruch ausgesprochen, allerdings unter der Prämisse, dass die derzeitige Tabelle zur Wertung heran gezogen wird.

Sollte die Saison – grünes Licht von Politik und Behörden vorausgesetzt – ohne Zuschauer fortgesetzt werden, so wäre dies die sportlich fairste Lösung. Die Folge wäre jedoch, dass einige Vereine solch ein Szenario wirtschaftlich nicht verkraften könnten. Sie benötigten Hilfe oder müssten Insolvenz beantragen. Der Haken an der Sache: Vereine, die bislang solide gewirtschaftet haben, wären davon ebenso betroffen wie solche, die auch ohne Corona-Krise bereits finanziell arg angeschlagen waren.

Sollte die Saison abgebrochen werden, so wären nicht nur sportliche und wirtschaftliche Fragen zu klären, sondern auch juristische Auseinandersetzungen die Folge. Aus sportlicher Sicht stünde zunächst einmal die Entscheidung darüber an, ob die Tabelle nach 27 Spieltagen als Wertung herangezogen werden soll oder aber die Liga quasi auf Null gesetzt wird und auch künftig mit den ihr jetzt angehörenden Vereinen spielt. Das dürfte bei der Entscheidung diverser Vereine eine große Rolle spielen.

Im wirtschaftlichen Bereich müsste bei einem Abbruch unter anderem geklärt werden, welche Folgen das für Arbeits- und Sponsorenverträge hat. Inwiefern behalten sie überhaupt ihre Gültigkeit oder ist die Geschäftsgrundlage weggefallen? Inwiefern können oder müssen die Arbeitgeber Spielern betriebsbedingt kündigen? Dies wiederum hätte Auswirkungen auf den gesamten Fußball.

Welche juristischen Folgen ein Saisonabbruch hat, wird gerade im Nachbarland Niederlande vorgeführt. Hier hat der Verband beschlossen, die Saison zu beenden und Tabellenführer Ajax Amsterdam zwar nicht zum Meister gekürt, wohl aber für die Champions League-Qualifikation nominiert, was der punktgleiche Verein AZ Alkmaar natürlich nicht hinnehmen kann. Aber auch andere Vereine gehen auf die Barrikaden und wollen die Entscheidung nicht akzeptieren. Dass dabei die juristischen Auseinandersetzungen auf die Sportgerichtsbarkeit beschränkt bleiben, ist höchst unwahrscheinlich.

Aber auch in der Regionalliga West bemüht Rot-Weiss Essen bereits die Juristen, weil sie sich die Aufstiegshoffnungen nicht durch einen Saisonabbruch nehmen lassen wollen.