1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

KFC Uerdingen: Assani Lukimya spricht über die Gründe der positiven Entwicklung

Assani Lukimya über den KFC Uerdingen : „Wir sind jetzt eine richtige Truppe“

Assani Lukimya versäumt beim KFC Uerdingen keine Minute und ist einer der Leistungsträger. Er macht die Leistungssteigerung der Mannschaft am Trainerwechsel fest. Das Thema Aufstieg ist tabu, und er erklärt auch warum.

Assani Lukimya ist müde. Aber er ist zufrieden, als er in der Lobby des Parkhotels in Horst bei Venlo das zurückliegende Jahr Revue passieren lässt. Aus gutem Grund, denn er hat keine einzige Spielminute versäumt, in der er für den KFC Uerdingen einsatzberechtigt war. Ganz gleich, wer auf der Trainerbank das Sagen hatte: Lukimya stand von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld. Das überrascht ihn selbst. „Als ich vor einem Jahr aus China kam, wusste ich nicht, ob ich noch fit genug bin, um in Deutschland bestehen zu können“, sagt er. „Dass es so gut funktioniert, hat mich selbst überrascht, das hatte ich nicht erwartet.“

Der 33 Jahre alte Innenverteidiger hat sich von Monat zu Monat gesteigert und die Kritiker verstummen lassen, die vor einem Jahr fragten: Was wollen die Uerdinger mit einem so alten Kicker, der aus China kommt? Lukimya hat an sich gearbeitet, so wie jetzt auch im Trainingslager in Venlo. „Ich habe von der ersten Einheit bis jetzt alle durchziehen können“, berichtet er. „Wenn man da täglich an die Grenzen geht, kommt der Punkt, wo man kaputt ist und den inneren Schweinehund überwinden muss. Aber das ist der Sinn des Trainingslagers.“

Neben der Fitness- ist es auch eine Charakterschulung. „Hier erarbeitet sich jeder, was im Spiel benötigt wird“, erklärt der Abwehrspieler, der 86 Bundesliga- und 69 Zweitligaspiele absolviert hat. „Es ist wichtig, dass man Charakterstärke entwickelt, dass man nach einem Fehler weiter macht und nicht nachlässt, sondern noch eine Schippe drauf legt.“

Der KFC Uerdingen hat in puncto Fitness und Mentalität unter Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel zugelegt und sich gesteigert. „Reise spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Lukimya. „Der hat als Spieler schon immer gebissen und ist sehr viel gelaufen. Ich erinnere mich noch an die Spiele, in denen ich gegen ihn gespielt habe. Es ist ihm zwar nicht immer alles gelungen, aber er hat genervt ohne Ende. Das fordert er nun auch von uns. Er hat vieles eingebracht, was vorher gefehlt hat, vor allem Kampfgeist und Teamgeist. Wir sind jetzt eine ekelige Truppe, stehen stabiler und jeder hilft dem anderen. Vorher war derjenige, der den Ball hatte, ein armer Kerl. Das ist jetzt anders, es wird auch auf dem Platz geredet. Wir sind eine richtige Truppe geworden.“ Deshalb sei es auch ein erneuter personeller Umbruch in der Winterpause nicht notwendig gewesen. „Es ist gut, dass wir gemeinsam weiter machen können.“

  • Manuel Konrad trainierte in den vergangenen
    Manuel Konrad erklärt Leistungsexplosion : „Trainerwechsel war die richtige Entscheidung“
  • Franck Evina (links) greift den ballführenden
    Ladehemmung nach dem Traumstart : Für Evina zählen nicht nur Tore
  • Kapitän Jan Kirchhoff (am Ball) wird
    Zweiter Versuch eines Trainingslager : In Venlo findet der KFC Uerdingen gute Arbeitsbedingungen vor

Wo der Weg der KFC, der drei Punkte hinter dem Tabellendritten rangiert, hinführen kann, darüber will Lukimya nicht spekulieren. „Wenn wir uns jetzt auf den Aufstieg fokussieren, dann klappt es garantiert nicht“, sagt er. „Wir müsen uns gut vorbereiten und dann am Sonntag gegen Bayern II alles geben. Die Rückrunde wird wesentlich schwieriger. Auf der Zielgeraden geben alle richtig Gas. Wir haben noch Luft nach oben müssen noch besser werden, wenn wir was erreichen wollen.“

Und wie sie Lukimyas Zukunft aus? „Ich werde jetzt 34, fühle mich aber wie 28. Also kann ich noch vier Jahre lang spielen“, sagt er und lacht – trotz der Strapazen.