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KFC Uerdingen ärgert sich über zwei Situationen

Zwei ärgerliche Situationen : Gegentor und Platzverweis wurmen den KFC

Der KFC Uerdingen trennt sich vom FC Bayern München II 1:1. Damit bleibt die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer zwar weiter sieglos, doch es gab nur zwei ärgerliche Szenen. Die zweite verursachte der Schiedsrichter.

Was sind die größten Unterschiede zwischen einem Länderspiel und einen Drittligaspiel? Eine Antwort darauf gab es am Samstag: Deutschland, 2:1-Sieger in der Ukraine, hatte über 70 Prozent Ballbesitz, das Spielgerät zirkulierte oft, ohne dass der Gegner darauf Druck ausübte, vielmehr stellte er sich in der eigenen Hälfte auf und wartete meist ab.

Wenige Stunden zuvor hatte es ein typisches Drittligaspiel zwischen dem KFC Uerdingen und dem FC Bayern München II gegeben. Charakteristisch für die Begegnungen in dieser Klasse ist, dass da nicht abgewartet wird. Der Ballführende wird sofort attackiert und unter Druck gesetzt. Das hat zur Folge, dass lange Ballstafetten selten sind und dass Unzulänglichkeiten schnell offen gelegt werden.

Wohlgemerkt, der Vergleich ist nicht repräsentativ und willkürlich und am Ende bleibt es eine Geschmackssache, ob man technisch guten Kombinationsfußball bevorzugt oder die vielleicht etwas wilden, kampfbetonten Aktionen.

In Reinform gab es letzteres auch zwischen Uerdingen und Bayern nicht zu sehen. So führte nämlich eine spielerisch gelungene Aktion zum verdienten Ausgleich. Wie Fridolin Wagner den Ball zu Muhammed Kiprit durch steckte, das erfreute auch das Herz der Fußballästheten. Der aus der Regionalliga gekommene gebürtige Berliner vollstreckte eiskalt. Es war sein zweites Saisontor. Damit ist er der bislang einzige Torschütze des KFC.

Wagner, der geniale Passgeber, war aber auch an einer von zwei Aktionen beteiligt, die Trainer Stefan Krämer ärgerten. Der von Preußen Münster gekommene Mittelfeldspieler wurde fünf Minuten vor dem Ende des Feldes verwiesen – eine Fehlentscheidung. Krämer, der stets sachlich und selbstkritisch ist, formulierte es weicher: „Bis dahin hat der Schiedsrichter eine gute Partie gemacht, die nicht leicht zu leiten war. Aber das war zu hart.“ Wagner war entsetzt. Später sagte er: „In meinen Augen war es keine Rote Karte. Ich komm von der Seite und stell ihm ein Bein und unterbinde damit den Konter. Ich habe keine Verletzung in Kauf genommen oder riskiert. Aber es ist eine Tatsachenentscheidung, die man akzeptieren muss.“

Die zweite ärgerliche Aktion ging auf das Konto von Christian Dorda. Der Kapitän stand bei einer Flanke zu weit von Leon Dajaku entfernt, der so zur Bayern-Führung einköpfen konnte. „Ansonsten haben wir gegen eine der besten Offensivmannschaften der Liga nicht viel zugelassen“, meinte Krämer. Aber auch das stellte ihn vor ein Problem. Als er am Sonntag bei der Videoanalyse den Spielern Fehler zeigen wollte, hatte er nur wenig Material. „Bei der Videoanalyse sind wir immer kritisch“, berichtet der Coach. „Aber diesmal haben wir nicht viele schlechte Szenen gefunden. 17 von 24 waren gut.“