KFC Uerdingen: Adriano Grimaldi soll gegen Fortuna Köln endlich auf Torejagd gehen

Uerdingen braucht Trendwende : KFC-Trainer Meier hofft auf Torjäger Grimaldi

Der im Winter von 1860 München gekommene Adriano Grimaldi brennt nach seiner Sprunggelenksverletzung auf sein Debüt im KFC-Trikot. Gegen Fortuna Köln könnte es endlich so weit sein. Dann soll auch die schwarze Serie der Uerdinger enden.

Erfahrung ist kein Wert an sich, schon gar nicht im Fußball. Da gibt es zwar auch erfahrene und unerfahrene Spieler, aber entscheidend sind die Leistungen und Ergebnisse. Das ist bei Trainern nicht anders. Dass Friedhelm Funkel, der Trainer von Fortuna Düsseldorf, erfahren ist und Julian Nagelsmann oder Dominico Tedesco unerfahrener, ist nachrangig – entscheidend sind die Resultate.

Uerdingens Trainer Norbert Meier gehört zu den erfahrenen Trainern, doch schützt ihn das nicht vor einer für kaum für möglich gehaltenen Serie von neun Spielen ohne Sieg, davon sechs nach seinem Einstand. Und doch empfindet er seine Erfahrung als hilfreich, weil er vieles schon erlebt hat, dies in seine Überlegungen einbeziehen und entsprechend reagieren kann. „Ich spiele trotzdem mit dem Enkelkind“, sagt er schmunzelnd. Es profitiert davon, dass der Trainer gelernt hat, einzuordnen und auch abzuschalten.

Dazu benötigt Meier aber einen (kleinen) zeitlichen Abstand. „So eine Negativserie ist fürchterlich“, gesteht er. „Da ist es dann gut, wenn man nach so einer Niederlage wie in Zwickau eine lange Busfahrt vor sich hat. Eine Viertelstunde brauche ich, damit der Adrenalinspiegel sich senkt, dann beginnt die Videoanalyse, wo wir das Spiel aufarbeiten. Wenn ich dann die Fehler sehe, ärgere ich mich derart, dass mir alles im Körper gefriert.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Meier eine solche schwarze Serie als Trainer erlebt. Als Trainer von Fortuna Düsseldorf gab es zum Saisonstart 2011/12 sechs Niederlagen und das Pokal-Aus bei TuS Koblenz. Meier stand vor dem Aus, doch die Fans stärkten ihm und der Mannschaft im folgenden Auswärtsspiel in Osnabrück den Rücken, das dann 3:2 gewonnen wurde und die Wende brachte. Fortuna beendete die Saison als Tabellensiebter.

Nun wäre es an der Zeit, mit dem KFC Uerdingen die Wende zu schaffen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich, weil die Mannschaft den Gegnern meist nicht unterlegen ist. „Wir könnten viel weiter sein, wenn wir nicht so fehlerhaft wären“, sagt Meier. „Wir müssen auch mal zu Null spielen.“ Zuletzt warfen Ballverluste und dummes Zweikampfverhalten die Mannschaft immer wieder zurück. So gab es in den zurückliegenden drei Begegnungen vier Elfmeter gegen den KFC.

Wenngleich Meier die Einstellung der Spieler nicht bemängelt, so packt er sie dennoch bei der Ehre: „Wir müssen jetzt beweisen, dass wir ne Truppe sind und nicht nur ein zusammengewürfelter Haufen. Das ist jetzt ein wichtiger Entwicklungsschritt.“

Hoffnungsfroh geht er die Aufgabe gegen Fortuna Köln (Freitag, 19 Uhr, in Duisburg) an. Seine Zuversicht bezieht er auch aus der zweiten Halbzeit in Zwickau (0:2). „Das war fußballerisch richtig gut gegen eine tief stehende Mannschaft“, sagt er. Dass Osayamen Osawe dabei zwei Mal die Latte traf, irritiert Meier nicht: „Das Glück müssen wir uns wieder hart erarbeiten.“

Viele personelle Veränderungsmöglichkeiten hat er nicht, zumal er in der Abwehr auf Stabilität bedacht sein muss. Im Mittelfeld dürfte der agile Maurice Litka gesetzt sein, aber auch Patrick Pflücke hat sich angeboten. Bleibt die Frage, ob Meier erneut zwei Sechser aufbietet, nachdem Konrad erneut patzte? „Sie sollen eigentlich das Herzstück der Mannschaft sein“, sagte der Coach in Zwickau.

Der zuletzt wegen Kniebeschwerden pausierende Stefan Aigner wird erneut fehlen. Er ist wegen eines Trauerfalls nach Bayern gefahren. Wahrscheinlich gehört aber Adriano Grimaldi erstmals dem Kader an. Der im Winter aus München gekommene Torjäger darf sich nach seiner Sprunggelenksverletzung somit Hoffnungen auf sein Debüt im KFC-Trikot machen. „Ich bin fit“, beteuert er seit Tagen. Und Meier sagt: „So einen Spieler, mit dieser körperlichen Präsenz im Sturm, haben wir keinen zweiten im Kader.“

Mehr von RP ONLINE