KFC-Trainer Krämer: So angelte Uerdingen Torjäger Aigner

KFC Uerdingen : Krämer kann es kaum erwarten

Erstmals spricht der Trainer des KFC Uerdingen nach seinem Kurzurlaub über die Stunden des DFB-Urteils, seinen Urlaub, die Verpflichtung von Torjäger Aigner und die Kaderplanung.

Stefan Krämer ist bestens gelaunt. Das ist nicht bei allen Menschen der Fall, bei denen sich die Urlaubstage dem Ende neigen, doch der Trainer des KFC Uerdingen freut sich auf Montag wie ein Kind auf Weihnachten. „Ich kann es kaum erwarten, dass es wieder los geht“, sagt er. „Fußball ist doch das, was ich am meisten liebe und was ich brauche. Da ist es für mich eher Stress, wenn die Pause zu lang wird.“

Diesmal war die Pause extrem kurz. Das lag natürlich auch daran, dass die Saison für die Uerdinger mit dem letzten Meisterschaftsspiel der Saison am 13. Mai nicht beendet war, sondern sich in den folgenden drei Wochen weiter zuspitzte. Zunächst mit den beiden Relegationsspielen um den Aufstieg in die Dritte Liga gegen Waldhof Mannheim, dann mit dem Kampf um die Lizenzerteilung.

An jene Stunden und Sekunden des 4. Juni erinnert sich Krämer, als sei es gestern gewesen. „Mikhail Ponomarev war die Ruhe selbst“, berichtet der Coach. „Er hat immer zu mir gesagt: Junge, bleib ruhig, wir gewinnen. Und es war für mich ein gutes Zeichen, dass wir Rechtsanwalt Christoph Schickhardt an unserer Seite hatten. Er ist auf dem Gebiet eine Kapazität und hätte den Fall sicher nicht übernommen, wenn er aussichtslos gewesen wäre.“

Krämer hat die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aber nicht etwa via Livestream im Internet verfolgt, sondern er ist joggen gegangen. Das war gut für seine Nerven, für Körper und Geist. „Aber als ich nach Hause kam, kam mir meine Frau schon freudestrahlend entgegen gelaufen. Da wusste ich: Wir haben es geschafft.“

Fünf Tage Urlaub haben sich Krämer und seine Frau Ilka gegönnt. Sie haben Freunde auf Mallorca besucht, die dort ein kleines Café betreiben. Ganz abgeschaltet vom Fußball hat er aber auch dort nicht. „Als Trainer schaltest du nie ganz ab, bist immer in Gedanken bei der Mannschaft und dem Verein“, sagt er. Und natürlich auch bei der Kaderplanung. Die ist weit voran gekommen, aber noch nicht abgeschlossen. „Die ist nie ganz abgeschlossen, weil man immer die Augen auf halten und in Bewegung bleiben muss. Es kann immer etwas passieren. Vielleicht kommt irgendwann ein Spieler, der nicht die Perspektive sieht und gehen möchte, vielleicht kommt plötzlich ein Spieler auf den Markt, der dem Verein wirklich weiterhelfen könnte. Da muss man immer offen sein.“

So wie jetzt Stefan Aigner. Allerdings war das für den KFC keine Überraschung. „Wir haben einen Tipp aus Amerika bekommen, dass sich Stefan dort nicht mehr wohl fühlt“, berichtet Krämer. Nikolas Weinhardt habe sofort den Kontakt zu Aigner gesucht. „Wir waren mit die ersten, die bei ihm angefragt haben. Und Niko war scheinbar sehr hartnäckig, das freut mich.“ Denn als bekannt wurde, dass der 30 Jahre alte Torjäger seinen Vertrag in Colorado auflösen will, traten natürlich auch andere Interessenten an den Stürmer heran, auch sein Stammverein 1860 München. „Da hatte ich schon etwas die Sorge, dass er ganz zurück will, in seine Heimatstadt.“ Krämer freut sich: auf Aigner, die Mannschaft, den KFC, die Dritte Liga - dass es endlich los geht.

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