KFC Uerdingen: KFC träumt von Aufstieg Nr. 7

KFC Uerdingen : KFC träumt von Aufstieg Nr. 7

Der letzte Aufstieg des KFC Uerdingen liegt bereits 17 Jahre zurück. Damals stieg der FC Bayer Uerdingen in die Bundesliga auf. Am Sonntag kann diese Durststrecke endlich enden.

Sollte übermorgen der sehnlichste Wunsch des KFC Uerdingen, der Aufstieg von der sechstklassigen Niederrhein- in die fünftklassige NRW-Liga, in Erfüllung gehen, würde damit eine nicht weniger als 17 Jahre währende Durststrecke ihr Ende finden. So lange liegt nämlich der letzte Aufstieg, der bejubelt werden durfte, zurück. 1994 stieg der Verein, der damals noch FC Bayer 05 Uerdingen hieß, in die Bundesliga auf. Das war sei-nerzeit der fünfte Erstligaaufstieg dieses Vereins, was 1994 bundesdeutschen Rekord bedeutete und eine Gratulation von Bundeskanzler Helmut Kohl einbrachte.

Der Trainer hieß Friedhelm Funkel, der nach 1992 bereits seinen zweiten Uerdinger Erstligaaufstieg - nach zuvor ebenfalls zweien als Spieler - feiern durfte. Damit legte das Uerdinger Urgestein den Grundstein für seine ganz persönliche Erstligaaufstiegsbilanz, die durch das 1:1 des VfL Bochum gegen Mönchengladbach am vergangenen Mittwoch nicht auf insgesamt sechs erhöht wurde.

Ja, die Uerdinger haben schon eine gewisse Routine, was Aufstiege anbelangt. Fünf Erstliga- und einer in die Regionalliga West, der damals zweithöchsten Klasse, weist die Vereinschronik für die letzten 40 Jahre auf. 1971 spielte der Verein in der Verbandsliga Niederrhein, dem Vorläufer der heutigen Niederrheinliga, die damals noch die dritthöchste Liga war. Wie vor 40 Jahren wollen die Uerdinger übermorgen wieder Meister genau dieser Liga werden. Das würde dann den direkten Aufstieg bedeuten, damals noch folgten Relegationsspiele gegen den VfL Klafeld-Geisweid und den SVA Gütersloh. Recht erfolglos, denn als Tabellendritter hatte man sportlich den Aufstieg verpasst. Doch da der VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf den Aufstieg in die Bundesliga schafften, war die Relegationsrunde Makulatur, und alle drei Mannschaften stiegen auf. Für Uerdingen der Beginn eines kometenhaften Aufstiegs, der über die sichere Qualifikation für die zweite Liga Nord vier Jahre später im ersten Bundesligaaufstieg mündete.

Glühend heiß war es am Sonntagnachmittag des 22. Juni 1975, als nach einem 6:0 über den Südzweiten FK Pirmasens (Hinspiel 4:4) im Uerdinger Stadtpark der erste Erstligaaufstieg gefeiert wurde. Beim zweiten Aufstieg 1979 gab es nach dem 2:1-Last.Minute-Sieg über die Spielvereinigung Bayreuth (Hinspiel 1:1) einen Empfang auf dem Uerdinger Marktplatz. Sieht man einmal vom 2008 mit 0:4 verlorenen letzten Oberligaspiel bei der zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf, das den Absturz in die Sechstklassigkeit bedeutete, ab, hat eine Uerdinger Mannschaft entscheidende Aufstiegsspiele noch nie verloren. Auch 60 000 Zuschauer im Schalker Parkstadion brachten Herget, Vollack & Co. 1983 nicht aus der Ruhe, und nach einem 3:1 im Hinspiel reichte das 1:1, um einen der deutschen Traditionsvereine aus der ersten Liga zu werfen.

Zurück in Uerdingen wurde der dritte Erstligaaufstieg wieder auf dem Marktplatz gefeiert. 1992 nach einem erzitterten 0:0 beim FC St. Pauli und 1994 nach einer nicht mehr schädlichen 0:2-Niederlage bei Waldhof Mannheim trafen sich die Uerdinger Fans im Albert-Olbermann-Haus am Löschenhofweg. Seit dem Rückzug der Bayer AG 1995 ist der Bereich unter der Südtribüne der Grotenburg der neue Treffpunkt der KFC-Fans. Vielleicht kann ja dort am Sonntag der Grundstein zu einer neuen Aufstiegstradition gelegt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: KFC: Fußball-Krimi gegen Straelen mit Happy End

(RP)