Kfc Uerdingen KFC-Fans schreiben Bittbrief an den OB

Regionalliga · Fußball: Eine Fan-Gruppe des KFC Uerdingen sammelt Unterschriften, um Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede aufzufordern, den Unternehmer Gerald Wagener zu bitten, dem KFC Uerdingen zu helfen.

 Der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener ist bereit, sich für den KFC Uerdingen zu engagieren, wenn der Oberbürgermeister ihn darum bittet. Eine Fan-Initiative sammelt nun Unterschriften, die an den OB gehen sollen.

Der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener ist bereit, sich für den KFC Uerdingen zu engagieren, wenn der Oberbürgermeister ihn darum bittet. Eine Fan-Initiative sammelt nun Unterschriften, die an den OB gehen sollen.

Foto: GW

Sportlich richten sich die Augen der Anhänger des KFC Uerdingen derzeit nach Köln. Denn am Mittwoch tritt die dortige Fortuna im ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die Dritte Liga gegen die U23 des FC Bayern München an, und nur wenn die Kölner den Sprung in die dritthöchste deutsche Spielklasse schaffen, dann würde der KFC als Tabellen-17. noch so eben in der Liga bleiben dürfen - es sei denn, der Verband würde einem Verein die Lizenz zur Regionalliga verweigern.

Außersportlich hat sich eine Gruppe von Fans um den Fanbeauftragten des KFC Uerdingen, Matthias Finken, Gedanken gemacht, wie der KFC wieder auf die Beine kommen kann. Immerhin verkündet Lakis, der Vorsitzende der KFC, schon seit Wochen immer wieder seine Amtsmüdigkeit, und mit dem derzeit zweiten Vorsitzenden, Tuncay Yilmaz, hat ein möglicher Nachfolger bereits seinen Hut in den Ring geworfen.

Jene Fangruppe hat schon beim jüngsten Spiel in Velbert begonnen, Unterschriften zu sammeln. Diese wollen sie an Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede weiterleiten, um ihn damit aufzufordern, Kontakt zum Krefelder Unternehmer Gerhard Wagener aufzunehmen. Wagener hatte gegenüber unserer Zeitung Bereitschaft geäußert, dass er sowie persönliche Freunde für den Fall einer Insolvenzgefahr grundsätzlich zur Verfügung stehen, um den KFC zu unterstützen, wenn dies dem Wunsch des Oberbürgermeisters und der Politik entspricht. "Wir sehen in diesem Angebot eine große Chance, den KFC zukunftsfähig zu machen", sagt Matthias Finken.

Gerald Wagener zeigte sich gestern auf Anfrage unserer Zeitung von der Aktion erfreut: "Die Aktion ehrt mich. Ich finde das sehr sympathisch. Der KFC ist eine tolle Marke und gehört zu Krefeld. Der KFC könnte ein tolles Kommunikationstool für die Deutsche Sportlotterie werden", sagte Wagener und ergänzte: "Ein Engagement setzt aber voraus, dass der KFC auch sanierungsfähig und willig ist. Eine Sanierungsfähigkeit zu prüfen, wäre in jedem Fall die erste Maßnahme. Wenn ich so ein Projekt anfasse, will ich auch Erfolg. Dies heißt hier wirtschaftliche Stabilität. Einem toten Fisch kann auch ich nicht das Schwimmen beibringen", sagte Wagener.

Zu dieser Sanierungsfähigkeit zählt auch jene Summe, mit der der KFC Uerdingen bei seinem Vorsitzenden bzw. dessen Firma in der Kreide steht. Lakis hatte bei der Mitgliederversammlung für das Jahr 2012 im Januar 2014 von rund 1,3 Millionen Euro gesprochen. Es wäre zunächst zu prüfen, ob solches Darlehen rechtsbelastar besteht. Wäre dies so, ist dieses Darlehen im Rahmen der Prüfung einer Sanierungsfähigkeit zu berücksichtigen", sagte Wagener dazu.

Dann käme auch der noch bis 2016 laufende Vertrag mit dem freigestellten Trainer Eric van der Luer auf den Prüfstand, der noch auf ausstehendes aktuelles Gehalt wartet und dies nun per Anwalt einfordert. Zudem muss eine Einigung gefunden werden, was mit seinem Vertrag, der noch bis Juni 2016 läuft, geschieht. Dazu müsse der Verein den ersten Schritt machen und den Kontakt zu ihm suchen - das sei bislang aber nicht erfolgt, sagte van der Luer gestern der RP: "Wenn keiner mit mir redet, will und kann ich nicht verhandeln. Es geht mir darum, dass alle Absprachen eingehalten werden durch die Leute, dir mir den Vertrag gegeben haben."

Ob Gerald Wagener sein Angebot unter dem Vorsitz von Yilmaz aufrecht erhalten wird, scheint fraglich zu sein. Denn Yilmaz hatte angekündigt, einen Mönchengladbacher Geschäftsmann mit ins Boot holen zu wollen, der als umstritten gilt (die RP berichtete). "Ich kenne Herrn Yilmaz nicht. Wenn er sein wirtschaftliches Konzept aber wirklich auf einen Unternehmer aufbaut, der bisher durch etliche Insolvenzen aufgefallen ist, hätte ich Bedenken. Der KFC muss wirtschaftlich auf soliden Füßen stehen können. Dies bedarf solider und seriöser Partner", sagte Wagener, der ausdrücklich ausschließt, selbst ein Amt bei dem Fußball-Verein übernehmen zu wollen: "Eine offizielle Position lehne ich ab, hierzu fehlt mir die Zeit."

(RP)