KFC Uerdingen: KFC-Boss Lakis schwitzt für seinen Traum

KFC Uerdingen : KFC-Boss Lakis schwitzt für seinen Traum

Der Vorsitzende und Hauptgeldgeber des KFC Uerdingen will beim letzten Saisonspiel selbst mitspielen. Seit gestern nimmt er am Mannschaftstraining teil. Trainer Eric van der Luer macht mit – wenn der Chef noch abspeckt.

Der Vorsitzende und Hauptgeldgeber des KFC Uerdingen will beim letzten Saisonspiel selbst mitspielen. Seit gestern nimmt er am Mannschaftstraining teil. Trainer Eric van der Luer macht mit — wenn der Chef noch abspeckt.

Wenn alles glatt läuft, wird sich am 25. oder 26. Mai diesen Jahres für KFC-Boss Agissilaos "Lakis" Koukourdialos ein lang gehegter Wunsch erfüllen. An einem der beiden Tage spielt sein Verein das Heimspiel gegen Ratingen (die Mannschaft würde das Spiel gerne auf den Samstag vorlegen), und in dieser letzten Partie der Saison 12/13 möchte Lakis für den Verein, den er 2008 aus der Insolvenz führte, endlich einmal auch selbst auf dem grünen Rasen aktiv werden. Geplant war dies schon einmal, und zwar für das letzte Spiel der Saison 10/11, doch da die finale Partie in Wuppertal unbedingt gewonnen werden musste, um den Aufstieg zu realisieren, schied ein Einsatz von Lakis aus.

Das ist in dieser Spielzeit, in der Uerdingens Aufstieg schon seit zwei Wochen feststeht, anders. Und auch wenn man in der Grotenburg mit derartigen Aktionen schon eine gewisse Routine hat - in der Saison 05/06 ersteigerte sich Markus Oellers einen Platz im Kader, kam sogar im Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München zu einem Kurzeinsatz, in der Saison 07/08 kaufte sich Edmund Mastiaux für eine Partie den Posten des Trainers einschließlich anschließender Entlassung - soll die diesjährige Aktion nicht im Klamauk enden. Keiner will den Respekt vor dem Gegner vermissen lassen.

"Gegen Ratingen geht das, weil die nicht mehr absteigen können", sagt denn auch Trainer Eric van der Luer und hat seinem Chef gleich ein ganzes Pflichtenheft an die Hand gegeben. Ab sofort muss Lakis sämtliche Trainingseinheiten mitmachen, und vor der gestrigen ersten stand sogar das Wiegen auf dem Programm. 92 Kilo stand auf dem Display, und in Abwandlung der Fußballweisheit seines niederländischen Landsmannes Huub Stevens, "Die Null muss stehen", befand van der Luer, dass vorne mindestens die 8 stehen müsse, der Grieche also noch drei Kilo abspecken muss - nicht, dass hinterher noch einer sagt, dass der KFC nach Ailton schon wieder einen Kugelblitz verpflichtet hat (zumal Lakis am liebsten im Sturm spielen würde).

Der KFC-Boss grantelte derweil: "Ich glaube, die Jungs haben die Waage manipuliert." Dann versuchte er das für ihn doch sehr figurbetonte Trikot von Ersan Tekkan. "Das sieht ja aus wie rein geschossen", befand van der Luer und verpasste ihm das größere Modell mit der Rückennummer 15.

Professionell ließ sich Lakis noch von Masseurin Christina Maas durchkneten, ehe er gestern um kurz nach 16 Uhr den Trainingsplatz betrat, wo er sofort durch pinkfarben leuchtende, seinen Namenszug tragende Schuhe auffiel. Nach 20 Minuten Eckspiel-Fünf-gegen-Zwei standen dem 46-Jährigen schon deutlich die Schweißperlen auf der Stirn. "Ich setze jetzt auf meine zweite Luft", sagte er, ehe es zu den Sprint- und Laufeinheiten ging. Beim folgenden Spiel sieben gegen sieben mischte er, der beidfüßig agierte, munter mit und staubte - dank mustergültiger Anspiele seiner Mannschaftskollegen - sogar den einen oder anderen Treffer ab.

Bis zur B-Jugend hatte Lakis in der Jugend bei Bayer 04 Leverkusen gespielt, unter anderem zusammen mit dem früheren Uerdinger Erstligatorwart Bernd Dreher. Auf die Frage zur Leistung seines Neuzugangs äußerte sich van der Luer diplomatisch. "Er ist anwesend, positiv", sagte der Trainer. Deutlich wurde da schon Co-Trainer Ronny Kockel. "Ich sehe noch Bedarf für das ein oder andere Einzelgespräch in der Kabine." Die 50 Kiebitze beim gestrigen Training hatten jedenfalls ihren Spaß, und den dürften auch die Zuschauer am 26. Mai haben, wenn Lakis sich seinen Jungentraum erfüllt. Prominente Kumpels haben sich für den Auftritt ebenfalls schon angekündigt: Der frühere Bundestrainer Rudi Völler will sich angeblich die Oberliga-Premiere seines Freundes Lakis ebenso wenig entgehen lassen wie Comedian Tom Gerhardt ("Hausmeister Krause").

(RP/rl/anch)
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