Jetzt fällt beim KFC Uerdingen auch noch Stammtorhüter René Vollath aus

Acht Spiele ohne Sieg: Der KFC Uerdingen geht am Stock

Fußball-Drittligist Uerdingen hat nicht nur das Spiel gegen den Karlsruher SC verloren, sondern auch seine Nummer eins: Torhüter René Vollath fällt am Dienstag in Zwickau aus. Der KFC steht dort schwer unter Druck: Acht Spiele in Serie ist das Team sieglos.

René Vollath ist geknickt, und das gleich auf zweifache Weise: sportlich und körperlich. Dreimal musste der Torhüter des KFC Uerdingen den Ball bei der 1:3 (1:2)-Niederlage gegen den Karlsruher SC aus dem Netz holen. Das war bitter.

Mindestens genau so schlimm, allerdings noch wesentlich schmerzhafter war für Vollath die Aktion in der 50. Minute. Da prallte er mit dem Karlsruher Torjäger Marvin Pourié zusammen und blieb verletzt liegen. Physiotherapeut Sebastian Zuleger signalisierte sofort, dass gewechselt werden müsse, doch der Keeper biss zunächst noch auf die Zähne und spielte weiter. So blieb Torwarttrainer Manfred Gloger Zeit, mit Robin Benz ein Aufwärmtraining zu absolvieren. In der 84. Minute war dann aber für Vollath Schluss, Benz ging zwischen die Pfosten.

„Was es genau ist, wird das MRT morgen zeigen“, sagte Vollath am Sonntag. „Auf jeden Fall ist das Kreuzband heil, das ist das Wichtigste.“ Er vermutet, dass es sich um einen Innenbandriss oder eine Innenbanddehnung handelt – so oder so sehr schmerzhaft.

Mit dem Spiel seiner Mannschaft war der Schlussmann nicht gänzlich unzufrieden. „Wir sind gut rein gekommen, haben uns dann aber zu leichte Fehler erlaubt. Aber der KSC war auch brutal effektiv“, sagte Vollath. „Aber wir haben richtig gebissen und immer weiter gemacht. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, auch wenn sich das jetzt komisch anhört.“

Für Vollath waren es in dieser Saison bereits die Gegentreffer 37 bis 39. Einen kassierte Robin Benz beim 2:1-Sieg gegen Carl-Zeiss Jena. Nur fünf Mannschaften der Dritten Liga haben in dieser Saison bislang mehr Gegentore kassiert. Auch das hat dazu beigetragen, dass der KFC seit acht Spielen in Folge ohne Sieg ist. Der Tabellendritte der Hinrunde ist damit die schlechteste Mannschaft der Rückrunde.

Das wiederum liegt an den krassen individuellen Fehlern. Gegen Karlsruhe war es zunächst ein Ballverlust von Manuel Konrad im Mittelfeld, dem ein Konter wie aus dem Bilderbuch folgte. Dem zweiten Gegentreffer ging ein haarsträubender Fehlpass von Osayamen Osawe am eigenen Strafraum voraus. Und beim dritten Gegentor ermöglichten Konrad und Kevin Großkreutz den Karlsruhern einen Einwurf, den diese schnell ausführten und die Innenverteidigung damit überraschten. „Wenn wir diese Fehler nicht abstellen, wird es schwer, in der Dritten Liga ein Spiel zu gewinnen“, sagte Trainer Norbert Meier.

An dem Punkt sieht der Coach seine Grenzen. „Trainieren kann man das nicht“, sagt er. „Es fehlt an Körperlichkeit und Abgezockheit. Mit Schicki-Micki-Fußball geht es in der Dritten Liga nicht. Karlsruhe hat es uns vorgemacht. In der Abwehr gab es nur Langholz, da wurde der Ball einfach nach vorne geknallt.“

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