Im Niederrheinpokal-Finale zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen geht es um viel mehr

Pokalfinale und Lizenzvergabe : Entscheidende Tage beim KFC Uerdingen

Im Endspiel um den Niederrheinpokal zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen geht es um viel mehr, als nur um den Einzug in den DFB-Pokal.

Die Saison in der Dritten Liga ist beendet, der KFC Uerdingen hat Platz elf belegt. Doch während die Spieler anderer Vereine – mit Ausnahme derer, die noch im Pokal oder der Relegation aktiv sind – längst in den Urlaub gedüst sind, stehen den Krefeldern noch heiße, entscheidende Tage bevor. Da ist zum einen das Endspiel um den Niederrheinpokal und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal, zum anderen das Lizenzierungsverfahren, in dem die Fristen zu beachten sind.

Das Pokalfinale beim Wuppertaler SV (Samstag, 16.15 Uhr) ist möglicherweise in doppelter Hinsicht von großer Bedeutung. Sportlich geht es nach einer völlig verkorksten Rückrunde nicht nur um einen versöhnlichen Saisonabschluss, so dass die Spieler mit einem positiven Gefühl in den Urlaub gehen, sondern auch um den Einzug in den DFB-Pokal. „Das wird ein heißer Tanz“, sagt KFC-Trainer Heiko Vogel. Schließlich geht es für beide Vereine um viel.

Im zweitwichtigsten deutschen Wettbewerb durften die Uerdinger zuletzt am 12. Dezember 2001 mitspielen. Damals unterlagen sie im Achtelfinale dem 1. FC Köln nach Elfmeterschießen mit 3:5 (1:1).

Nicht ganz so lange ist der letzte große Pokal-Auftritt des Wuppertaler SV her. Am 29. Januar 2008 scheiterten die Bergischen im Achtelfinale an Bayern München (2:5). Die Begegnung fand in der ausverkauften Gelsenkirchener Arena statt.

Die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeutet aber nicht nur sportliches Renommee, sondern stellt auch eine lukrative Einnahmequelle dar. Bereits in der ersten Runde gibt es 121.000 Euro, für das Erreichen der zweiten Runde 332.000 Euro. Hinzu kommt der Traum von einem Los, das ein volles Stadion beschert. Doch damit nicht genug, denn in den kommenden Tagen geht es auch um die Lizenzvergabe. Dabei geht es um den wirtschaftlichen Nachweis, dass das gezeichnete Kapital mindestens eine Million Euro beträgt – und natürlich die Einhaltung der vorgebenen Fristen.

KFC-Präsident Mikhail Ponomarev hatte auf einem Fan-Treffen gesagt, dass er dem KFC nur für die kommende Saison zur Verfügung stehe, wenn die Stadt die Sanierung der Grotenburg energisch voran treibe. Die Stadt hat nochmals bekräftigt, alles zu tun, damit das Stadion in der Saison 20/21 wieder genutzt werden kann.

Zwar deutet alles darauf hin, dass Präsident Ponomarev gewillt ist, sein Projekt KFC fortzusetzen, um sein ehrgeiziges Ziel Zweite Liga in den kommenden beiden Jahren zu erreichen, doch hundertprozentig sicher ist das noch nicht. Ein Restrisiko gibt es noch.

Das würde sicherlich weiter verringert, wenn der KFC die Begegnung in Wuppertal gewinnen sollte. Es wäre nicht nur Balsam für die Seelen der Spieler, sondern auch für Präsident Ponomarev, der in den vergangenen Wochen die dunkle Seite des Fußball-Geschäfts erlebt und Erfahrungen gemacht hat, auf die er sicherlich gerne verzichtet hätte. Somit geht es in Wuppertal nicht nur um den Sieg und viel Geld, sondern auch um Befindlichkeiten.

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