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Hier könnte der KFC Uerdingen künftig seine Heimspiele austragen

Wattenscheid, Duisburg oder Köln? : Stadionumzug des KFC Uerdingen immer wahrscheinlicher

Wattenscheid, Duisburg und Köln sind die Favoriten. Aber die Frage, wo die Uerdinger ihre restlichen Heimspiele in dieser Saison austragen, ist nur eine Baustelle des KFC, bei dem sich nun auch der Verwaltungsrat zu Wort gemeldet hat.

Der KFC Uerdingen kämpft derzeit an vielen Fronten. Auf dem Tisch liegen die Themen Wirtschaftlichkeit, Kampf um den Klassenerhalt, Stadionumzug und Fan-Proteste. Zumindest ein Thema hat er selbst nur noch teilweise in der Hand, denn nach seinem Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren liegt es nun am Amtsgericht, ob dem stattgegeben wird oder nicht. Die Hürden sind inzwischen allerdings deutlich höher als noch vor dem Jahreswechsel.

Beim Kampf um den Klassenerhalt sind dem KFC derzeit ebenfalls die Hände gebunden. Die Mannschaft befindet sich nach zwei positiv getesteten Teammitgliedern in einer vom Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne. Das ist natürlich nicht förderlich und wird sich konditionell nicht positiv auswirken. Allerdings hat Geschäftsführer Niko Weinhart klar gestellt, dass kein Spieler in der Transferperiode mehr abgegeben und die Substanz der Mannschaft somit erhalten werden soll. Das Ziel sei, dass der KFC auch in der kommenden Saison in der dritten Liga spiele. Demnach werden auch Dave Gnaase und Muhammed Kiprit keine Freigabe erhalten. Von konkreten Angeboten ist allerdings auch nichts bekannt.

Doch wo wird er seine restlichen Heimspiele bestreiten? Nachdem die Stadionmiete in Düsseldorf nicht gezahlt wurde, wohl auch in dem Wissen, dass das Spiel gegen den FC Ingolstadt wegen der Corona-Zwangspause nicht stattfindet, hat Betreiber D.Live den Zwist mit dem säumigen Mieter öffentlich gemacht. Die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten, indem der KFC von einem internen Machtkampf beim Vermieter berichtete. So oder so wären alle Beteiligten froh, wenn das Gastspiel des KFC in Düsseldorf endlich beendet würde. Und vieles deutet darauf hin, dass dies der Fall ist.

Doch wo könnten die Uerdinger ihre restlichen Heimspiele in dieser Saison austragen? In Frage kommen dafür nur drittligataugliche Stadien, die eine Fernsehübertragung ermöglichen. Solche kleinen, aber gut ausgestatteten Spielorte gibt es zum Beispiel in Wattenscheid, Duisburg und Köln. Doch es bedarf nicht nur der Zustimmung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sondern gleich drei weiterer Parteien: der jeweiligen Stadt, des dort spielenden Vereins sowie in Corona-Zeiten auch des Gesundheitsamtes. Es sind also einige Hürden, die zu nehmen sind. Da das für kommenden Samstag geplante nächste Heimspiel gegen Hansa Rostock aufgrund der Quarantäne Corona zum Opfer fallen dürfte, haben die Uerdinger erst wieder am 13. Februar Heimrecht gegen den FSV Zwickau. Bis dahin sollte eine Lösung gefunden worden sein.

Bleiben noch die Fan-Proteste. Nachdem die Anhänger ihrem Unmut über die Vereinsführung und die Stadt auf über 40 Plakaten ordentlich Luft gemacht hatten, versuchte der Verwaltungsrat die Wogen zu glätten. Er lotet demnach alle Möglichkeiten aus. Plan A ist demnach der Erhalt der Drittklassigkeit. „Der Grat ist aber schmal. Es bedarf der Verständigung mit einem neuen Investor und der sportlichen Qualifikation“, heißt es in einem offenen Brief. Und es gibt auch einen Plan B: „Für diesen Fall ist es unser Ziel, den Verein mit den Jugendmannschaften zu erhalten und neu aufzustellen.“ Zudem müsse geprüft werden, ob der KFC dann in der Regionalliga spielen könne.

Vor allem aber geht es dem Verwatungsrat darum, weitere Eskalationen zu verhindern. „Gleichzeitig rufen wir alle Mitglieder und Fans des KFC Uerdingen auf, Ruhe zu bewahren und Besonnenheit walten zu lassen.“ Verbalinjurien und ehrverletzende Karikaturen seien als Schmähkritik auch nicht von der grundgesetzlich geschützten Meinungsfreiheit gedeckt. Zudem sei die Führung des KFC nicht immer für die schlechten Nachrichten die Ursache.