TSV-Chef Christoph Peters stichelt Motivationsspritze aus Meerbusch für den KFC Uerdingen

Krefeld · Ein Derby ist oft schon Motivation genug. Doch vor dem Spiel des TSV Meerbusch gegen den KFC Uerdingen haben die Gastgeber die Stimmung noch einmal angeheizt. Die Gäste dürfte die vollmundige Ankündigung zusätzlich anspornen.

Nach dem Sieg gegen Velbert und vor dem Derby gegen Meerbusch ist Alexander Voigt bestens gelaunt.

Nach dem Sieg gegen Velbert und vor dem Derby gegen Meerbusch ist Alexander Voigt bestens gelaunt.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Ganz gleich, ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga: Oft beklagen Trainer nach Niederlagen die fehlende Einstellung als entscheidende Ursache, die sie vor einem jeden Spiel einfordern. Und so heißt es in Lehrbüchern: nur motivierte Spieler siegen! Trainer, die ihre Mannschaft besonders gut stimulieren, genießen den Ruf als Motiavationskünstler. Zu ihnen zählten der inzwischen verstorbene Jörg Berger, Christoph Daum oder Peter Neururer. Franz Beckenbauer genügte anscheinend seine Person und Aura; so soll er der deutschen Mannschaft vor dem Weltmeisterschafts-Finale in Rom gegen Argentinien (1:0) nur gesagt haben: „Geht’s raus und spielt’s Fußball“.

Alexander Voigt, der Trainer des KFC Uerdingen, ist in diesen Tagen einer seiner zentralen Aufgaben beraubt worden. Er muss seine Mannschaft, die am Sonntag um 15 Uhr in der Oberliga beim TSV Meerbusch antritt, nicht motivieren. Diese Aufgabe hat ihm Christoph Peters abgenommen. Gegenüber dem Reviersport hat der Sportliche Leiter Senioren des TSV gesagt: „Wir werden am Sonntag gegen 16.50 Uhr vor dem KFC Uerdingen in der Tabelle stehen. Da lege ich mich mal fest.“

Alexander Voigt fürchtet nicht, dass ihm sein Job von Christoph Peters streitig gemacht wird. Äußern will er sich zu der vollmundigen Ankündigung aus Meerbusch nicht. Vielleicht muss er sich auf die Zunge beißen, sich eine Bemerkung dazu verkneifen, doch innerlich dürfte er sich auf die Schenkel klopfen. Ob er den Spruch am Sonntag vor dem Spiel in der Kabine aufhängt? Eher unwahrscheinlich, denn die Spieler tragen ihn dann schon seit zwei Tagen im Herzen.

 Während es für die Meerbuscher, wie für fast alle Oberligisten, das Spiel des Jahres ist, wenn es gegen den KFC geht, so hat es nun auch für die Uerdinger eine größere Bedeutung. Sie werden ihren Drei-Punkte-Vorsprung gegenüber dem TSV zumindest behaupten, wenn nicht gar ausbauen wollen. Dass die Gastgeber die beste Offensive der Liga haben, nötigt den Blau-Roten respekt ab. Und auch wenn es zwischenzeitlich nicht ganz rund lief, so haben sie durch den Sieg im Spitzenspiel gegen Velbert (3:1) doch Selbstvertrauen getankt und sind auswärts noch ungeschlagen.

Es ist also alles bereitet, für ein brisantes Verfolgerduell auf der Theodor-Mostertz-Sportanlage, wo vor mit 1.200 Zuschauern sicherlich ausverkauftem Haus auf Kunstrasen gespielt wird. Dabei werden den Uerdingern lediglich Pascale Talarski (Innenbandriss) und Vedran Beric (Zerrung im Hüftbeuger) fehlen, so dass Voigt viele personelle und taktische Alternativen hat und sich darauf konzentrieren kann. Aber die werden angesichts der zusätzlich entfachten Dynamik dieses Duells möglicherweise eher nebensächlich.

Beim Spiel in Meerbusch werden auch ein halbes Dutzend ehemalige Spieler des KFC zu Gast sein, darunter Werner Vollack, der sein Buch signieren wird.

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