KFC hat erst 13 Spieler Bei Trainer Alexander Voigt ist die Erholung wohl futsch

Krefeld · Am kommenden Sonntag ist Trainingsauftakt beim Fußball-Oberligisten KFC Uerdingen, der oben mitspielen will. Doch die Voraussetzungen dafür müssen erst noch geschaffen werden. Das dürfte Trainer Alexander Voigt Kopfzerbrechen bereiten.

 Trainer Alexander Voigt war geschafft und ausgepowert am Ende einer schweren Saison.

Trainer Alexander Voigt war geschafft und ausgepowert am Ende einer schweren Saison.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Wenn Alexander Voigt heute wieder die Arbeit aufnimmt, könnte die Erholung bald schon passé sein. Eine Woche lang hat der Trainer des KFC Uerdingen auf Mallorca ausgespannt und abgeschaltet. Eine Woche lang wollte er vom Fußball und den Blau-Roten mal nichts hören und sehen. In diesen Tagen wollte er den Akku wieder aufladen. Das war nötig, denn die Zeit nach seiner Amtsübernahme am 8. November war äußerst intensiv.

Gut möglich, dass sein erster Arbeitstag für ihn mit einer Enttäuschung beginnt. Denn in der Woche seiner Abwesenheit hat sich so gut wie nichts getan – zumindest nicht in Form von Spielerverpflichtungen. Zwar verkündete der KFC am Sonntag die Vertragsverlängerung von Marcel Kretschmer, doch ist der Verbleib des 20 Jahre alten Mittelfeldspielers aus der eigenen Jugend keine Überraschung, beinahe eine Selbstverständlichkeit. Damit kann der Coach nicht zufrieden sein. Nicht einmal eine Woche vor dem Trainingsauftakt am kommenden Sonntag stehen jetzt lediglich 13 Spieler unter Vertrag, also nur die Hälfte des Kaders.

„Wir hinken hinterher“, hatte Voigt bereits Anfang des Monats moniert. Dem hatte Teamchef Heiner Essingholt widersprochen. Er sehe all das entspannt, weil noch genügend gute Spieler auf den Markt kommen würden. Viele Spieler, deren Verträge am 30. Juni auflaufen, würden am 1. Juli arbeitslos.

Beide Positionen sind richtig und verständlich. Der 63 Jahre alte Essingholt ist lange genug im Geschäft und weiß, wovon er spricht. Tatsächlich werden auch im Juli und August noch genügend gute Spieler auf dem Markt und zu haben sein. So dürften die Vereine, deren Kader beim Trainingsauftakt bereits steht, die Ausnahmen sein.

Aber nicht nur Voigt, sondern alle Trainer hätten beim Trainingsstart gerne den kompletten Kader zur Verfügung. Viele Trainer behaupten sogar, die Vorbereitungszeit sei die wichtigste Phase und würde über den Saisonverlauf entscheiden. Dabei haben sie nicht nur die Grundlagenarbeit der Fitness im Blick, sondern nutzen die Wochen vor dem Meisterschaftsstart, um eine Mannschaft zu formen – auf und neben dem Platz. Sportlich geht es darum, sich einzuspielen, Laufwege einzustudieren, ein taktisches Konzept mit der Mannschaft zu erarbeiten. Menschlich müssen die Spieler zusammenfinden, es muss sich eine Hierarchie ergeben, ein Mannschaftsgeist entstehen und der Zusammenhalt gestärkt werden. Das ist natürlich schwierig oder kaum möglich, wenn beim Trainingsauftakt gerade mal die Hälfte der Spieler da ist.

Natürlich steht der KFC besser da als vor einem Jahr – das betrifft aber vor allem die Vereinsführung und die wirtschaftliche Situation. Der Traditionsverein wird seriös geführt und verfügt über dank einer finanziellen Basis über Planungssicherheit.

Sportlich sind die Uerdinger ein Schrittchen weiter – das mag ausreichend sein, aber noch nicht gut. Sie haben ein Dutzend Spieler, denen Oberligatauglichkeit attestiert werden darf. Um aber, wie angekündigt, unter den Top drei mitzuspielen, fehlt noch einiges. Und selbst wenn der Kader sukzessive aufgefüllt wird, so ist es noch ein weiter Weg, bis aus den guten Oberligaspielern auch eine intakte, funktionierende Mannschaft wird.

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