0:6 gegen SC Preußen Münster deckt die Defizite des KFC Uerdingen auf

Krefeld · Dass Oberligist Uerdingen gegen den Regionalliga-Vizemeister verliert, ist keine Überraschung. Doch dass der Vergleich derart krass ausfällt, stimmt die Uerdinger Verantwortlichen nachdenklich. Weitere Verstärkungen werden benötigt.

 Das ist noch lange nicht das, was sich Trainer Alexander Voigt vorstellt.

Das ist noch lange nicht das, was sich Trainer Alexander Voigt vorstellt.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Als sie eine Nacht darüber geschlafen hatten, war das Ergebnis kein anderes, aber die Erkenntnis ziemlich eindeutig und einheitlich: Der jetzige Kader des KFC Uerdingen wird nicht ausreichen, um in der Fußball-Oberliga einen Platz unter den Top vier zu belegen, geschweige denn den Wiederaufstieg in die Regionalliga zu feiern. Die 0:6 (0:2)-Niederlage gegen den Regionalligisten Preußen Münster zeigte in schonungsloser Weise, woran es mangelt.

Eine halbe Stunde lang hielt der KFC bei der Einweihung des neuen Sport Campus in Südlohn dem Druck der Preußen stand, um dann Sekunden vor der Pause den zweiten Gegentreffer zu kassieren. Nach dem Wechsel war es kein Klassenunterschied, sondern deutlich mehr. Nach einer Stunde spielten die Preußen in Unterzahl, weil zur Pause durchgewechselt worden war und Lukas Frenkert verletzt ausschied. Das änderte aber überhaupt nichts an der Überlegenheit des Favoriten.

„Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass wir Münster 5:0 schlagen. Die sind besser als in der vergangenen Saison aufgestellt“, sagte KFC-Trainer Alexander Voigt. „Und wir sind noch nicht komplett. Wir sind natürlich nicht auf dem Niveau. Für uns war es einfach wichtig, dass wir uns in den Wettkampfmodus bewegen. Das haben wir getan. Wir sind viel gelaufen, hinterher gelaufen. Deshalb war es ein wichtiges Spiel.“

Der Coach machte aus seiner Erkenntnis dieses ersten Testspiels kein Geheimnis: „Das Spiel hat gezeigt, dass wir mit der Kaderplanung noch nicht fertig sind.“ Allerdings waren ihm die Defizite schon zuvor bekannt. „Wir wissen, dass wir auf den Außenbahnen und der Mittelstürmerposition oder Innenverteidigung noch gestandene Spieler holen müssen. Das konnte man gegen Preußen natürlich sehr gut sehen.“ In dem Spiel kamen ein U19-Spieler und ein Testspieler auf der linken Seite zum Einsatz. „Die Jungs haben das Niveau noch nicht, das ist völlig klar. Deshalb müssen wir mit Sicherheit noch was nachlegen.“ Drei, vier weitere Spieler sollten schon noch hinzu kommen. „Aber keine Ergänzungsspieler, sondern gestandene Spieler.“

Das sieht Teammanager Heiner Essingholt genau so. Allerdings will er sich nicht unter Druck setzen lassen. „Es ist noch früh“, sagt er. „Wir müssen jetzt etwas Geduld haben.“ Schließlich müsse alles passen: Der Spieler in das Anforderungsprofil, aber auch die finanzielle Seite. Zudem müssen die Neuen auch in das Gehaltsgefüge passen. „Und wir werden nichts machen, was wirtschaftlich unvernünftig ist. Das war in der Vergangenheit oft genug der Fall, daraus sollten wir gelernt haben.“

Pascale Talarski ist sicher, dass noch der eine oder andere Spieler hinzu kommt. Sorgen macht er sich daher noch nicht. „Wir werden eine gute Mannschaft haben“, sagt er. Und im Vergleich zum Mit-Absteiger VfB Homberg werde beim KFC viel professioneller gearbeitet. „Ich denke, dass sich das auch auszahlen wird.“

So trainiert die Mannschaft in der kommenden Woche zweimal täglich, morgens und nachmittags. „Wir werden das Pensum intensivieren, um in den Bereich zu kommen, dass die Jungs in spätestens zwei Wochen in den roten Bereich kommen“, erklärt Voigt. „Wir werden viel an der Fitness und am Zusammenspiel arbeiten.“

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