Im Wohnzimmer des KFC Uerdingen Krefeld Ravens spielen in der Grotenburg

Krefeld · Die American Footballer werden nicht nur am 17. September ihr Spitzenspiel dort austragen, sondern auch in der kommenden Saison im Stadion spielen. So ist es mit dem KFC Uerdingen und der Stadt abgesprochen worden.

Zusammenarbeit in Sachen Grotenburg (von links): Dino Volpe (1. Vorsitzender Ravens), Andreas Scholten (stell. Vorsitzender KFC), Damien Raths (1. Vorsitzender KFC), Christoph Wittfeld (Geschäftsführer Ravens), Christoph Lenz (Vorstand KFC), Aldo Volpe (Finanzvorstand Ravens).

Zusammenarbeit in Sachen Grotenburg (von links): Dino Volpe (1. Vorsitzender Ravens), Andreas Scholten (stell. Vorsitzender KFC), Damien Raths (1. Vorsitzender KFC), Christoph Wittfeld (Geschäftsführer Ravens), Christoph Lenz (Vorstand KFC), Aldo Volpe (Finanzvorstand Ravens).

Foto: Ravens

Die Krefeld Ravens sind erfolgreich. Sie sind seit ihrer Vereinsgründung im Jahr 2017 noch ungeschlagen und stehen an der Spitze der vierten Liga. Den Aufstieg in die 3. Liga wollen und werden sie mit nahezu größter Sicherheit am 17. September mit einem Sieg gegen Wuppertal Greyhounds perfekt machen – im Stadion Grotenburg. Dort werden sie aber nicht nur ihr letztes Heimspiel der Saison bestreiten, sondern auch zukünftig spielen – so ist es jedenfalls mit dem KFC Uerdingen und der Stadt Krefeld vereinbart worden.

„Wir haben in den vergangenen Spielen gesehen, dass die Zuschauerzahlen etwas stagnieren, wenn nicht leicht zurückgehen“, erklärt Dino Volpe, der Vorsiteznde der Ravens. „Das Problem ist, dass wir keine Tribüne haben und die Besucher von den kurzen Seiten her das Spiel nur bedingt verfolgen können. Trotz guten Rahmenprogramms sind die Bedingungen am Sprödental einfach nicht mehr ausreichend für unsere Ambitionen und Ideen. Hinzu kommt auch, dass wir hinsichtlich des nächsten Aufstiegs optimistisch sind und in der 3. Bundesliga mit über 2.000 Besuchern rechnen. Das würde auf der Anlage am Sprödental schwer umsetzbar.“

Die Ravens erobern die Grotenburg aber nicht, sondern erkennen an, dass der KFC Uerdingen der Hauptnutzer des Stadions bleibt. Deshalb haben sie das Gespräch mit dem KFC gesucht; mehr noch, auch das Gespräch mit den KFC-Fans und den Grotenburg Supporters, ohne die das Stadion auch heute noch nicht genutzt werden könnte. „Der Stil der Ravens war wirklich gut“, sagt KFC-Vize Andreas Scholten.

Das ist verständlich angesichts der Wortwahl von Dino Volpe, der dem KFC dafür auch gerne etwas Honig um den Bart schmiert: „Ich habe beim Treffen mit den KFC-Supporters, die ja auch viel Arbeit in die Sanierung gesteckt haben, gesagt ‚Wir kommen in Euer Wohnzimmer als Gäste mit der Option auf eine Wohngemeinschaft. Aber es bleibt Euer Wohnzimmer‘. Das meine ich auch so.“

Volpe denkt aber weiter: „Außerdem können wir gemeinsam mit dem KFC vielleicht Dinge umsetzen, die kein Verein allein auf die Beine stellen könnte. Das sind Themen wie eine Videowand und dergleichen.“ Die mieten die Ravens für ihre Heimspiele stets an, und da in der Grotenburg keine installiert ist, könnten die Vereine das Projekt gemeinsam stemmen. Darin sieht auch der KFC einen Vorteil, der keine Beeinträchtigungen des Rasens befürchtet. Das sei derzeit in Duisburg auch kein Problem, wo neben dem MSV auch die Footballer von Rhein Fire spielen.

Die Stadt stimmt in den Jubelchor ein. „Die Kooperation ist eine ideale Konstellation, die für alle Beteiligten einen sehr positiven Effekt hat“, sagt Sportamtsleiter Oliver Klostermann. „Die Grotenburg wird weiterer Nutzung zugeführt, die Vereine profitieren, die Ravens bekommen noch bessere Zukunftsaussichten und nicht zuletzt ist es die ideale Lösung auch für die Zeit der Sanierung der Sportanlage am Sprödental.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort