Stadion Grotenburg KFC Uerdingen hilft der Stadt wieder aus der Patsche

Meinung | Krefeld · Fußball-Oberligist KFC Uerdingen und der American-Football-Viertligist Krefeld Ravens kooperieren im Stadion Grotenburg. Das ist notwendig, weil auch die Anlage am Sprödentalplatz den Anforderungen nicht mehr genügt.

 Im Stadion Grotenburg sitzen die Zuschauer auf nackten Betonstufen.

Im Stadion Grotenburg sitzen die Zuschauer auf nackten Betonstufen.

Foto: Thomas Schulze

Künftig spielen nicht nur die Fußballer des KFC Uerdingen in der Grotenburg, sondern auch die Footballer der Ravens. Es ist doch schön, dass das Stadion jetzt zumindest von zwei Vereinen genutzt werden kann. Von der Kooperation würden beide profitieren, heißt es.

In Wahrheit profitiert vor allem einer davon: die Stadt Krefeld. Und das ist der schale Beigeschmack, den diese Aktion hinterlässt. Die Stadt hat die Fußballer vier Jahre lang hängen lassen, die in Duisburg, Düsseldorf, Lotte und Velbert spielen und dafür rund fünf Millionen Euro zahlen mussten. Sie hat mit den Ravens Pläne für die Anlage Sprödental geschmiedet, die nicht umgesetzt werden können und den Verein deshalb gedrängt, künftig in der Grotenburg zu spielen.

Dass dort überhaupt gespielt werden kann, ist nicht das Verdienst der Stadt, sondern der Grotenburg Supporters, ohne deren Hilfe das Stadion weiterhin aus Sicherheitsgründen gesperrt wäre. Jetzt dürfen dort zumindest 2.000 Zuschauer Platz nehmen – auf Betonstufen, auf einer Baustelle. Aber die Ausschreibungen laufen. Irgendwann werden dort auch Firmen im Auftrag der Stadt tätig. Und vielleicht können dann auch mehr als 2.000 Zuschauer ins Stadion – das hoffen zumindest der KFC, der nämlich eines Tages in die Regionalliga zurückkehren will, und die Ravens, die jetzt in die Dritte Liga aufsteigen.

Es wird höchste Zeit, dass sich die Stadt nicht länger einen schlanken Fuß auf dem Rücken der Vereine macht, sondern endlich ihre Arbeit: zügig und gut.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort