KFC Uerdingen verliert in Hamborn 0:2 Spielunterbrechung wegen drohender Krawalle

Duisburg · Der haushohe Favorit Uerdingen kommt beim Abstiegskandidaten Hamborn 07 verliert mit 0:2. Justin Bock trifft in der 88. und Marco de Stefano in der 90. Minute. Damit wächst der Rückstand des KFC auf Spitzenreiter SSVg Velbert auf sechs Punkte an.

 Levan Kenia, der hier von Kilian Schaar attackiert wird, war in Hamborn einer der wenigen Uerdinger Aktivposten.

Levan Kenia, der hier von Kilian Schaar attackiert wird, war in Hamborn einer der wenigen Uerdinger Aktivposten.

Foto: Stefan Brauer/Brauer-Fotoagentur

Der große Rivale im Kampf um die Meisterschaft in der Fußball-Oberliga hatte sich am Freitagabend keine Blöße gegeben. Spitzenreiter SSVg Velbert hatte beim FC Kray mit 3:1 gewonnen und den Vorsprung auf sieben Punkte ausgebaut und den KFC Uerdingen damit weiter unter Druck gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Alexander Voigt hat sich ihrer Pflichtaufgabe nicht entledigt, sondern blamiert. Die Blau-Roten enttäuschten auf ganzer Linie und verloren bei Sportfreunde Hamborn 07 mit 0:2 durch einen Doppelschlag von Justin Bock in der 88. Minute und Marco de Stefano in der Nachspielzeit. Das Bemerkenswerteste an der Partie war der Besuch von Maximilian Beister im Fan-Block, der damit nochmals die Spekulationen um seine Rückkehr in der Winterpause anheizte.

Trainer Voigt, dem bis auf die Langzeitverletzten Phil Zimmermann (Kreuzbandriss) und Vedran Beric (Schulteroperation) alle Spieler fit zur Verfügung standen, hatte die Qual der Wahl. Er entschied sich zu drei Veränderungen: für Beric kam Ryo Iwata ins Team, zudem spielten Kai Evers und Sander Rau für Yaman Hasal und Maik Odenthal. Tor-Torjäger Shun Terada, der bereits neun Mal in dieser Saison getroffen hat, musste zum dritten Mal in Folge beim Anpfiff auf der Bank Platz nehmen.

Die Gäste taten sich auf dem holprigen Rasen von Beginn an schwer und waren allenfalls gleichwertig. Sie benötigten auch die Hilfe des grünen Untergrunds, um nicht in Rückstand zu geraten, denn als Pascal Spors allein auf KFC-Keeper Robin Uedegbe zulief, versprang ihm der Ball. Und Glück war auch, dass der Unparteiische bei einem von Kapitän Leonel Kadiata zurück gespielten Ball auf Abseits entschied. In der Offensive hatten die Gäste nichts zu bieten; es war erschreckend wie einfallslos und schwach sie agierten. Zwar waren Alexander Lipinski und Levan Kenia in der Spitze bemüht, doch aus dem offensivschwachen Mittelfeld kam nichts. Das gefährlichste war ein abgefälschter Schuss von Kadiata Sekunden vor dem Halbzeitpfiff. Wenig später humpelte der zuvor gefoulte Lipinski zum Pausentee in die Kabine. Er kehrte aber aufs Feld zurück, hingegen durften Evers, Funk und Rizzo nicht mehr ran. Und es war sofort mehr los. Der KFC machte schon in den ersten drei Minuten mehr Alarm als in den gesamte 45 Minuten vor. Der Spielfluss wurde aber in der 53. Minute abrupt gestoppt, das Spiel wegen drohender Ausschreitungen für sechs Minuten unterbrochen. Einige Duisburger Fußballfreunde, die sonst eher beim MSV sind, hatten den Weg nach Hamborn gefunden. Prompt war der KFC-Rhythmus wieder unterbrochen. Fortan war Hamborn wieder gleichwertig und hatte in der 68. Minute die beste Möglichkeit. Einen von Kilian Schaar lenkte Torhüter Udegbe mit einer Monster-Parade soeben noch um den Pfosten.

Wer mit einer Schlussoffensive der Uerdinger gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Die Gastgeber wurden mutiger. In den letzten Minuten drängte der KFC, doch Shun Terada rutschte am Ball vorbei. So blieb es zunächst bei dem enttäuschenden 0:0. Am Ende gab es lautstarke „Trainer raus“-Rufe. Die wurden noch lauter, als Justin Bock der Siegtreffer gelang. Kurz zuvor war er noch an dem überragenden Udegbe gescheitert. Marco de Stefano machte den Deckel drauf. Ein ganz bitterer Nachmittag für Trainer Alexander Voigt und den KFC.

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