Mannschaftliche Fehleistung KFC verliert ein schon gewonnen geglaubtes Spiel

Krefeld · Der KFC Uerdingen kassiert gegen Union Nettetal eine 2:3-Niederlage, die er sich selbst zuzuschreiben hat. Die Gäste sind bissiger und nutzen die Schwächen der phasenweise in Lethargie verfallenen Blau-Roten.

 Der Uerdinger Alexander Lipinski ist nur durch ein Foul des Nettetalers Lukas Hartmann zu stoppen.

Der Uerdinger Alexander Lipinski ist nur durch ein Foul des Nettetalers Lukas Hartmann zu stoppen.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Es war eine seltsame Atmosphäre, die nach dem Schlusspfiff in der Grotenburg herrschte. Einige wenige Fans schimpften lautstark, fast alle anderen harrten wie versteinert aus. Die Spieler standen minutenlang wie in Trance auf dem Rasen, während Trainer Alexander Voigt längst das Weite gesucht hatte und in der Kabine verschwunden war. Es bedurfte schon einer deutlichen Ansage des verletzten Kapitäns Leonel Kadiata, ehe sich die Spieler auf den Weg zu den Fans machten und ein versöhnendes, aufmunterndes Abklatschen erfolgte. Die 2:3-Niederlage gegen den SC Union Nettetal vor 1.923 Zuschauern hat Spuren hinterlassen.

Was passiert war, ist schnell erzählt: Der KFC erwischte einen Start nach Maß und ging verdient durch Younes Mouadden in Führung. Die Uerdinger legten nicht nach und so ging es mit der knappen Führung in die Pause. Die Gäste, die immer besser ins Spiel gekommen waren, drehten die Partie, gingen 2:1 in Führung, mussten den Ausgleich durch Levan Kenia schlucken und eine gelb-rote Karte verkraften, hatten aber in der Nachspielzeit das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite, als sich Philipp Meißner und Phil Zimmermann in Ballbesitz umrannten und die Gäste das Geschenk dankend annahmen und das Siegtor erzielten.

„Am Ende verlieren wir durch ein Slapstick-Tor, das ich so auch noch nicht gesehen habe, wo sich die Spieler gegenseitig über den Haufen rennen“, sagte Trainer Alexander Voigt. „Da muss man am Ende einfach hingehen, auch wenn ein 2:2 vielleicht nicht befriedigend ist, und den Punkt nehmen. Aber auch das haben wir nicht geschafft. Ob verdient oder unverdient, ist für mich irrelevant. Unter dem Strich steht das Ergebnis und das ist scheiße.“

Wer die Niederlage allerdings nur auf die Slapstick-Einlage in der Nachspielzeit zurückführt, springt viel zu kurz. Sie ist das Resultat einer mannschaftlich geschlossenen Fehlleistung, an der alle ihren Anteil hatten und keiner ausgenommen werden kann – von Torhüter Robin Udegbe, dessen Faustabwehr vor dem Ausgleich missriet, bis hin zu Torjäger Shun Terada, der völlig abgemeldet und nicht zu sehen war. „Wir haben es zu Beginn gut gemacht, wurden dann aber nachlässig und viel zu statisch“, analysierte Robin Udegbe. „Wir haben den Gegner mit unserer passiven Spielweise wieder aufgebaut und das wurde dann bestraft. Diese Niederlage ist äußerst bitter, denn unter normalen Umständen hätte es heute nur einen Sieger geben dürfen. Das ist eine sehr, sehr bittere Niederlage, wo mir heute auch etwas die Worte fehlen.“

Trainer Alexander Voigt blickte derweil warnend nach vorne: „Wir müssen uns jetzt drei Tage schütteln, weil jeder, der meint, dass wir am Mittwoch ein einfaches Pokalspiel haben, der hat sich geschnitten. Da erwartet uns einiges.“ Die Uerdinger treten dann um 19.30 Uhr in der zweiten Rundes des Niederrheinpokals beim Bezirksligisten TV Jahn Hiesfeld an.

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