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Fußball: Beim KFC Uerdingen gibt es Ungereimtheiten vor dem Endspiel​

KFC Uerdingen gegen SSVg Velbert : Ungereimtheiten vor dem Endspiel

Beim KFC Uerdingen läuft es nicht rund. Dass es dann unterschiedliche Meinungen gibt, ist normal. Dass sie vor einem entscheidenden Spiel eindrucksvoll ausgelebt werden, erleichtert die Aufgabe gegen die SSVg Velbert sicherlich nicht.

Der KFC Uerdingen präsentiert sich in diesen Tagen nicht als Einheit – und das nicht nur nicht auf dem Rasen, sondern auch nicht in der Führungsetage. Dafür hat der Verein in den vergangenen Stunden gleich zwei eindrucksvolle Beispiele geliefert.

Beispiel 1 Trainer Alexander Voigt ging nach der Analyse des 2:2 gegen den SC St. Tönis und der Manöverkritik zur Tagesordnung über. Natürlich weiß er, dass nur vier Punkte aus den zurückliegenden vier Spielen zu wenig sind. Doch er sagte: „Ich bin kein Freund davon, irgendwelche Aktionen zu starten, um nach außen ein Zeichen zu setzen.“ Kaum hatte er das ausgesprochen, vermeldete der KFC die Verpflichtung von Gianluca Rizzo. „Mit der Verpflichtung von Gianluca Rizzo verstärken wir uns noch einmal im offensiven Bereich um die aktuellen Ausfälle auszugleichen und den Konkurrenzkampf im Team zu vergrößern“, erklärte der Vorsitzende Damien Raths die Verpflichtung. „Mit Gianluca verpflichten wir einen erfahrenen Stürmer, der im offensiven Bereich in mehreren Positionen einsetzbar ist und der uns durch seine Erfahrung weiterhelfen wird unsere Ziele zu erreichen. Wir sind froh, dass die Verpflichtung jetzt geklappt hat, und freuen uns auf eine gute Saison.“

Beispiel 2 Am Samstag (17 Uhr) steht das Spiel gegen den Spitzenreiter SSVg Velbert an. Der Blick auf die Tabelle offenbart, dass eine Niederlage für die Uerdinger kaum zu verkraften wäre. Der Rückstand auf den Tabellenführer würde dann auf zehn Punkte anwachsen, der Regionalliga-Absteiger im Mittelmaß der Oberliga versinken – ein Endspiel Ende September. „Ein Entscheidungsspiel ist es nicht, weil die Saison noch lange geht, aber ein sehr, sehr wichtiges“, sagt der Vorsitzende Damien Raths. Auch für den Trainer? „Das hängt von vielen Aspekten ab, auch davon, wie das Spiel über die Bühne geht.“ Alexander Voigt will von einem Entscheidungsspiel nichts wissen: „Wenn das am neunten Spieltag eins wäre, hätten wir sehr vieles falsch gemacht. Da muss man mal die Kirche im Dorf lassen. Bocholt war in der vergangenen Saison auch schon abgeschrieben und ist am Ede aufgestiegen.“ Doch auf einen abermaligen Einbruch der Velberter am Saisonende sollte sich niemand verlassen.

Einordnung Die Beispiele zeigen, dass es nicht nur auf dem Rasen nicht rund läuft, sondern auch in der Führungsetage. Das Duo Raths/Voigt ist kein homogenes, eingespieltes Team. Vielleicht sind es zwei qualitativ gute Einzelspieler, so wie die Mannschaft auf dem Rasen auch individuell hochwertig besetzt ist. Ob Raths/Voigt noch ein Team werden oder s zu einer vorzeitigen Trennung kommt? Die Verpflichtung von Torjäger Gianluca Rizzo  mutet angesichts der wackeligen Abwehr überraschend an. Voigt hat sie nicht bejubelt, sich aber auch nicht gewehrt. Aber sie stärkt seine Position, denn für einen möglichen Trainerwechsel dürfte noch weniger Geld zur Verfügung stehen. Ein Vertrauensbeweis der anderen Art.