1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

Fans sind der Mutmacher des KFC Uerdingen

Nach 0:6-Pleite bei Rot-Weiß Oberhausen : Fans sind der Mutmacher des KFC Uerdingen

Die fast 700 Uerdinger Anhänger honorieren noch eine Viertelstunde nach dem Abpfiff den sichtbaren Willen der jungen und deutlich unterlegenen Mannschaft bei der 0:6-Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen.

Der KFC Uerdingen ist zum Saisonstart ordentlich abgewatscht worden. So bitter die 0:6-Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen war, das Resultat war bereits wenige Minuten nach dem Schlusspfiff nur noch eine Nebensächlichkeit. Im Zentrum standen andere Themen.

Geht das Ergebnis in Ordnung? Ja, absolut. Es war allerdings unglücklich, wie die Uerdinger auf die Verliererstraße geraten sind. Zunächst versäumten sie es in Führung zu gehen, als Abdul Fesenmeyer allein auf das Tor der Rot-Weißen lief. Doch der 19 Jahre alte Mittelstürmer, der von Schalke 04 II kam, zögerte einen Moment und verpasste den Moment des Abschlusses. Er legte den Ball noch quer auf Justin Neiß, dessen Schuss pariert wurde. Doch nach der Pause konnten sich die Gäste bei RWO bedanken, dass es nur ein halbes Dutzend Gegentore gab. Die Gastgeber schalteten einen Gang zurück und gingen mit den sich bietenden Chancen fahrlässig um.

Wie fielen die Tore? Durch einen Distanzschuss gerieten die Gäste in Rückstand, ein abgefälschter Freistoß führte zum 0:2, nach einem individuellen Fehler fiel der dritte Gegentreffer. So war die Partie bereits nach 23 Minuten entschieden. Der Rest war nur noch Schadensbegrenzug auf der einen und Schaulaufen auf der anderen Seite.

Was waren die Gründe für die Niederlage? Es waren nicht nur die fehlende Erfahrung und Körperlichkeit des Talentschuppens, der ein Durchschnittsalter von 22,07 Jahren aufwies, sondern auch mangelhafte Qualität, die den Klassenunterschied ausmachten. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Kader erst in der vergangenen Woche ergänzt wurde und nur zwei Mal miteinander trainiert hat. Da durfte nicht viel mehr erwartet werden.

Wie reagierten die Fans? Die fast 700 Uerdinger Anhänger unter den 2.934 Zuschauern standen von der ersten bis zur letzten Sekunde wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft. Was sich dann nach dem Schlusspfiff abspielte, war außergewöhnlich. Minutenlang wurde die deutlich unterlegene Mannschaft von ihren Fans gefeiert. Einer der Ultras hielt per Megaphon eine Ansprache, die sich mit Sprechchören und Gesängen abwechselte. „Wir haben euch 90 Minuten angefeuert“, sagte er. „Kopf hoch und weitermachen. Alles wird gut.“

Was sagte Uerdingens Trainer Dmitry Voronov? „Der Oberhausener Sieg ist verdient. Ich habe vorher gesagt: Wir gehen mit breiter Brust ins Spiel, jetzt gehen wir mit breiter Brust auch raus. Wir wussten, was passieren kann. Wir wissen, worauf wir uns eingelassen haben und blicken nach vorn. Ich bin stolz auf die Jungs, sie haben gekämpft, mehr ging heute nicht.“

  • Der Uerdinger Niklas Schubert müht sich
    0:6 bei Rot-Weiß Oberhausen : KFC Uerdingen zahlt bei deftiger Pleite viel Lehrgeld zum Regionalligaauftakt
  • Trainer Dmitry Voronov, der Sportliche Leiter
    Zu Gast bei Rot-Weiß Oberhausen : KFC Uerdingen lässt sich nicht in die Karten gucken
  • Freuen sich über die Zusammenarbeit (von
    Fan hilft Klub : Das ist der neue Trikotsponsor des KFC Uerdingen

Was sagte Oberhausens Trainer Mike Terranova? „Ich bin sehr, sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn es war im Vorfeld nicht einfach, die Mannschaft auf die Aufgabe vorzubereiten. Die frühe Führung war sehr wichtig. Natürlich ärgert es mich, dass wir nicht zwei Tore mehr gemacht haben. In vier, fünf Wochen werden wir wahrscheinlich einen anderen KFC in der Liga sehen.“

War KFC-Präsident Damien Raths enttäuscht? Er nahm die Niederlage überraschend gelassen. „Das war doch klar. Ich bin nicht enttäuscht“, sagte er. „Wir wissen, dass es schwer wird und benötigen noch zwei, drei Wochen Zeit. Wir haben heute einen Qualitätsunterschied gesehen, der aber auch die finanziellen Möglichkeiten der beiden Vereine widerspiegelt.“

Sieht Tanju Öztürk eine Chance auf den Klassenerhalt für den KFC? Der Abwehrspieler, der zweieinhalb Jahre in Uerdingen spielte und zum Aufstieg in die Dritte Liga beitrug, hat große Bedenken. „Es ist eine junge Mannschaft, die noch viel Arbeit vor sich hat“, sagte er. „Heute hat man noch keine richtige Idee gesehen. Wenn sie viele Niederlagen kassiert, kann es zudem zu einem Bruch kommen. Und wenn dem KFC wegen der Insolvenz neun Punkte abgezogen werden, wird es noch schwieriger. Aber im Fußball kann alles passieren.“