Krefeld: Eine Saison fürs KFC-Geschichtsbuch

Krefeld : Eine Saison fürs KFC-Geschichtsbuch

Vor der Saison hatte kaum jemand den berühmten Pfifferling auf die Uerdinger gesetzt. Nach dem verpassten Aufstieg in der Vorjahresrelegation war der KFC Uerdingen ganz tief am Boden - und dann kam ausgerechnet ein Niederländer.

Es ist ein gutes Jahr her, da flossen beim KFC Uerdingen bittere Tränen. Zweimal musste der Klub spielen, der Gegner war der FC Kray, und den galt es auszuschalten, um in die Regionalliga aufzusteigen. Die Geschichte ist bekannt: In beiden Spielen gab es jeweils zwei Feldverweise, beide Partien gingen verloren, und der KFC war am Tiefpunkt. hatte er doch einen ordentlichen Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsplätze seit dem Winter verzockt. Vorsitzender Lakis dachte lautstark ans Aufhören, die Ansammlung von Fußballern die eine Mannschaft sein sollte, fiel auseinander. Kurz: Der KFC war am Tiefpunkt, wie schon so oft in den vergangenen Jahren.

Doch es ging weiter. Die Tränen waren getrocknet, Ärmel hochkrempeln statt Kopf in den Sand stecken hieß die Devise. Eric van der Luer hieß der neue Hoffnungsträger. Ein Holländer, ausgerechnet, war man versucht zu sagen. Doch ihm gelang etwas, von dem selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet hätten: die neue Mannschaft zu einer Einheit zu machen. Und die rockte die Oberliga. 20 Spieltage lang blieb der KFC unbesiegt, die gesamte Hinrunde, und ließ in dieser Zeit lediglich zwei Unentschieden zu. Gegen TuRU Düsseldorf, den Tabellenzweiten, gab es sogar ein 6:0-Schützenfest, das eindrucksvoll die Stärke der Uerdinger in dieser Spielzeit untermauerte. Issa Issa und Emrah Uzun trafen beinahe nach Belieben, führen auch jetzt noch die Torjägerliste der Oberliga mit deutlichem Abstand an. Und in der Innenverteidigung stand mit dem aus der Erste griechischen Liga geholten Ioannis Alexiou ein überaus erfahrener Mann, der vermutlich auch in der Zweiten Bundesliga fast überall einen Stammplatz sicher hätte.

Mit dieser Bilanz fürs vereinsinterne Gesichtsbuch, dem daraus resultierenden Vorsprung, aber auch mit den souveränen Auftritten war schon in der Winterpause mit dem Aufstieg zu rechnen. Allerdings dauerte es doch länger, als die Uerdinger gedacht hätten. Das lag aber nicht an schlechten Leistungen, sondern vielmehr an den äußeren Umständen. Der Winter machte der gesamten Liga zu schaffen, es hagelte Spielabsagen am laufenden Band, so dass seit März sich quasi eine englische Woche an die nächste reihte.

Nur an einem Mittwoch, ausgerechnet da war spielfrei. Oberhausens U23 konnte (oder wollte?) an jenem 24. April nicht gegen den KFC spielen. Zeitgleich aber lief in Rhede die Partie des Zweiten TuRU Düsseldorf gegen den dortigen VfL, und sollte TuRU dort nicht gewinnen, dann wären die Uerdinger sozusagen auf dem Sofa aufgestiegen. Die Mannschaft hatte sich am Abend im Stadion versammelt, rund 450 Fans ebenso, und gemeinsam lauschten sie dem KFC-internen Internet-Radio, das live von Rhedes 3:0-Erfolg berichtete - der Aufstieg war perfekt, die Regionalliga kann kommen. Adé Hönnepel-Niedermörmter & Co., jetzt geht es gegen Alemannia Aachen, Rot-Weiß Essen oder Rot-Weiß Oberhausen.

Die Planungen laufen dazu auf Hochtouren. Mit Tim Rubink (aus Goslar) steht der erste Zugang fest, nach und nach wurden die Verträge mit fast allen Spielern verlängert, weitere Gespräche laufen. Und auch außerhalb der Grotenburg tut sich Einiges: Ein neues Stadion ist im Gespräch, dessen Möglichkeiten den KFC für die Zukunft gut darstehen lassen könnte - sofern es denn kommt.

Hier geht es zur Infostrecke: KFC Uerdingen 12/13: Alle Spiele, alle Tore

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