KFC Uerdingen: Die Baustellen des KFC

KFC Uerdingen : Die Baustellen des KFC

Der Fußball-Oberligist aus Krefeld hat zurzeit keinen Trainer, nur zwei Spieler und einen amtsmüden Präsidenten – und am 5. August fängt die neue Saison bereits an.

Der Fußball-Oberligist aus Krefeld hat zurzeit keinen Trainer, nur zwei Spieler und einen amtsmüden Präsidenten — und am 5. August fängt die neue Saison bereits an.

Die Saison ist gerade erst einen Tag abgelaufen, die Tränen des verpassten Aufstiegs noch nicht ganz getrocknet, da rennt dem künftigen Fußball-Oberligisten KFC Uerdingen bereits die Zeit davon. Denn die neue Spielzeit beginnt bereits am 5. August. Das sind nicht einmal mehr acht Wochen. Unter anderem durch die Hängepartie der Relegationsrunde ist die neue Saison noch nicht vorbereitet. Wie es weiter geht, steht in den Sternen. Und momentan gibt es eine ganze Reihe an Baustellen zu bearbeiten zu bearbeiten.

Was macht Lakis?

Die sicherlich wichtigste Personalentscheidung steht an der Spitze des Clubs. KFC-Boss Lakis hatte angekündigt, im falle eines Nicht-Aufstiegs zurückzutreten. Gestern sagte er auf Anfrage dazu: "Ich möchte nicht mehr weitermachen als Vorsitzender, aber noch hat der Verwaltungsrat keinen Nachfolger präsentiert. So lange er das auch nicht macht, bleibe ich im Amt. Ich will den Verein nicht im Chaos hinterlassen, darum habe ich mir auch schon erste Gedanken über den neuen Trainer gemacht. Als Haupt- oder Co-Sponsor werde ich dem Club aber auf jeden Fall weiter zur Verfügung stehen." Noch in dieser Woche will sich der Verwaltungsrat mit dem aktuellen Vorstand zusammen setzen und beratschlagen, wie es weiter geht. Angeblich soll es Interessenten für den Posten des Vorsitzenden geben.

Wie sieht der Etat aus?

Das ist schwer einzuschätzen. Es ist nicht davon auszugehen, dass Lakis noch einmal eine derartige finanzielle Belastung eingeht wie in dieser Saison, sofern er denn überhaupt bleibt. Und wie viel Geld ein neuer Vorstand mitbringt, ist völlig offen.

Wer wird Trainer?

Auch das ist noch ungewiss. Lakis schaut sich zwar um, doch "mir wäre es lieber, wenn der neue Vorsitzende auch gleich den Trainer sucht", sagt der Grieche. Zu dem bisherigen Trainergespann Erhan Albayrak (35) und Ronny Kockel (36) sagte Lakis: "Sie haben sich beide in den Job reingekniet, sind anständige Jungs. Aber ich glaube, dass wir ihnen keinen Gefallen tun würden, sie jetzt zum Cheftrainer zu machen. Ich sehe sie eher als Co-Trainer mit einem Chefcoach mit etwas mehr Erfahrung an der Seite." Auf der anderen Seite: Auch ein Jürgen Klopp war erst 34 Jahre alt, als er seine erste Cheftrainerposition in Mainz übernommen hatte — in der Zweiten Bundesliga. Irgendwann muss ein Trainer ja auch mal anfangen.

Welche Spieler hat der KFC?

Nach derzeitigem Stand bislang zwei, nämlich Musa Celik und Marc-André Nimptsch, deren vertrag noch ein Jahr läuft. Alle anderen Verträge sind ausgelaufen. Lakis würde gerne mit Spielern verlängern, die auch für relativ kleines Geld finanzierbar sind, wie etwa Jonas Kremer, Selim Özdemir, Arda Yavuz, Jan Pirschel oder Markus Keppeler. Ihnen zur Seite sollen erfahrene Spieler wie Kosi Saka, Mo Ibrahim und Ersan Tekkan stehen und das Gerüst des Teams bilden. Nichtsdestotrotz wird die Zeit mehr als knapp, ein schlagkräftiges Team zusammen zu stellen. Fast alle anderen Mannschaften haben ihre Kader für die kommende Saison schon längst beisammen oder sind in den letzten Zügen mit den Vertragsverhandlungen. Die Wechselfrist im Amateurfußball für Abmeldungen ohne Sperre bei entsprechender Ablösesumme endet am 30. Juni (gilt nicht für Vertragsamateure). Vereinslose können auch danach noch verpflichtet werden.

Welche Rolle spielt der KFC?

Außer Frage steht, dass der Sprung in die Regionalliga noch nie so groß war wie in der abgelaufenen Saison. Dieser verpassten Chance werden die Fans und das Umfeld sicher noch lange hinterher trauern. Umgekehrt dürfte es schwer werden, auch den Fans als Ziel den Verbleib in der Liga zu verkaufen. Anspruch sollte es schon sein, unter die ersten Fünf der Liga zu kommen. Doch um die Frage nach den Zielen und der Rolle in der Oberliga endgültig zu beantworten, müssen erst die anderen Baustellen gelöst sein. Das ist schon schwer genug.

(RP/ila)
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