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DFB-Pokal-Sieg gegen den BVB: Was der KFC Uerdingen vom FC St. Pauli lernen kann

Leidenschaft und Effizienz : Was der KFC Uerdingen vom FC St. Pauli lernen kann

Die spektakulären DFB-Pokalspiele und ihre Ergebnisse sind auch beim Training des KFC Uerdingen ein Thema. Trainer Alexander Voigt schult die Chancenverwertung und sagt, was es mit der Trainingsgruppe zwei auf sich hat.

Alexander Voigt schlägt die Flanken von der linken Seite. Dass Torhüter Jovan Jovic aus seinem Kasten eilt und den Ball pflückt, fuchst den Trainer des KFC Uerdingen. „Ja, bei meinem Ball kommst du raus, obwohl du sonst wie Pattex auf der Linie klebst“, ruft er. Ein Grinsen kann sich der Coach dann natürlich nicht verkneifen. Seine Flanken kommen noch immer ziemlich gut, finden meist einen Abnehmer. „Aus dem Stand geht das alles noch“, sagt Voigt und lacht. „Die eine oder andere kommt dann schon noch mal.“ Der Trainer hilft: Tore machen, Selbstvertrauen stärken – das ist das Motto der Übung. Es ist zugleich der Abschluss, nachdem die 90 Minuten zuvor von taktischen Übungen mit Blick auf den Samstag geprägt waren. Dann findet das erste Spiel nach der Winterpause beim SC Wiedenbrück statt.

Die Uerdinger stehen als Tabellenletzter bei neun Punkten Rückstand mit dem Rücken zur Wand. Trotzdem lautet das Motto weiterhin: Ruhe bewahren. Das gilt auch für die taktische Ausrichtung. „Wir werden dort mit Sicherheit nicht von der ersten Minute an am gegnerischen Strafraum pressen“, erklärt Voigt. „Wir wollen aus einer guten Organisation heraus spielen, so wir das auch in Bonn schon gemacht haben.“

Aber natürlich ist es damit nicht getan, schließlich müssen Offensivaktionen kreiert werden und Tore erzielt werden. Das ist bislang das große Manko des KFC. „Wir werden versuchen, Räume zu öffnen, so dass wir dann kontern können“, sagt der Coach.

Und natürlich waren auch die DFB-Pokalspiele vom Vorabend ein Thema, vor allem der Sieg von St. Pauli gegen Dortmund und das Elfmeterschießen in Köln, das der Hamburger SV spektakulär gewann. „Ich hatte vorher schon gedacht, dass das eine enge Geschichte wird, aber dass es dann so ausgeht“, blickt Voigt zurück. „Wir haben wieder einmal gesehen, dass immer etwas geht als Underdog. St. Pauli hat auch nicht viele Chance gehabt, aber sie haben sie genutzt. Und sie haben leidenschaftlich verteidigt gegen so einen Gegner mit so einer Qualität. All das zeigt uns: Wenn du leidenschaftlich verteidigst und die Chancen, die du hast, auch wenn es nur zwei oder drei sind, nutzt, dann muss es am Ende auch mal reichen. Aber die zwei oder drei musst du auch nutzen.“

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Auf dem benachbarten Kunstrasen hat die Trainingsgruppe zwei gearbeitet. Zu ihr gehören auch Connor Klossek (siehe nebenstehendes Interview), Fabio Minino, Joshua Yeboah, Shawn Jeroch und Marcel Kretschmer. „Wir haben vor der Winterpause schon mit dem einen oder anderen gesprochen, wie wir uns das vorstellen“, berichtet Voigt. „Es ist auch nicht für jeden gleich. Die Jungs, die in Gruppe zwei trainieren, für sie bedeutet das nicht, dass sie den Verein verlassen müssen. Es ging nur darum, dass wir eine kleinere Gruppe haben, um zu trainieren, weil es dann auch intensiver ist. Da spielen auch andere Dinge rein. Wenn einer zum Beispiel krank war, kann er sich hier Fitness holen. Für die meisten ist die Tür überhaupt nicht zu.“