KFC Uerdingen: Der schwarz-gelbe Uerdinger

KFC Uerdingen : Der schwarz-gelbe Uerdinger

Der Trainer des KFC Uerdingen, Peter Wongrowitz, hat am Dienstag seinen 60. Geburtstag gefeiert. Seine Mannschaft kann ihm in den kommenden zwei Wochen nachträglich den Aufstieg schenken.

Fussball Als der KFC Uerdingen vor der laufenden Spielzeit im vergangenen Sommer seinen neuen Trainer präsentierte, da rieben sich viele die Augen. "Peter — wer?", lautete die Frage. "Einer aus Dortmund", lautete die Antwort. Denn sein Nachname sagte offenbar kaum jemanden etwas. Mittlerweile kennt man Peter Wongrowitz, das Dortmunder Urgestein, auch in Uerdingen, nachdem er davor rund 20 Jahre beim neuen Deutschen Meister tätig war. Er ist der Hoffnungsträger an der Seitenlinie, der den KFC in eben diesem Dortmunder Meisterjahr auch zur Meisterschaft und in die fünfte Liga führen soll. Gestern wurde Peter Wongrowitz 60 — und gestern war trainingsfrei, wie allerdings jeden Dienstag.

Unter der Leitung des Trainers hat der KFC eine bislang sagenhafte Saison gespielt. 78 Punkte hat die Mannschaft eingefahren. Damit wäre sie in den vergangenen Jahren schon drei Mal aufgestiegen. Im Vorjahr etwa langten dem VfB Homber 64 Zähler. In diesem Jahr hingegen langen selbst 78 Punkte nicht zur Tabellenführung — weil der Spitzenreiter, die TuRU aus Düsseldorf, eben noch um zwei Pünktchen sagenhafter gespielt hat. Aber noch ist in Sachen Meisterschaft und Aufstieg ja nicht aller Tage Abend, weil eben noch zwei Partien auszutragen sind und der KFC gegen die Wertung des am Grünen Tisch verlorenen Spiel Einspruch einlegen will.

Peter Wongrowitz nimmt die momentane Situation zumindest nach außen ziemlich gelassen hin. Auf die Entscheidung der Spruchkammer habe er eh keinen Einfluss, sondern nur auf die Mannschaft, pflegt er dazu zu sagen. Und in der scheint es zu stimmen, wie jüngst das 7:0 in Essen eindrucksvoll bewies. "Wenn wir so in den letzten beiden Spielen auftreten, werden wir auch Meister", hatte der da noch 59-Jährige gesagt - mal sehen, ob er Recht behalten wird.

In Sachen Meisterschaft hat der Trainer Erfahrung. Als Trainer in Dortmund gewann er 1993, 1996 und 1998 die Deutsche Junioren-Meisterschaft. Nebenbei arbeitete er als Scout für den damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld, als Co-Trainer beim Dortmunder Westfalenligisten TuS Eving — und als "Schauspieler": Im 2003 in den Kinos gezeigten Dokumentarfilm "Die Champions — der Traum vom Fußball" geht es nämlich um "seine" A-Junioren von Borussia Dortmund, und natürlich kommt auch er als Trainer darin auf seine für ihn typische Weise zu Wort. Wenn er spricht, dann verwendet er selten Ausdrücke wie etwa "hau den Ball hinten raus", sondern er sagt "pöl' die Kiersche da wech". Denn den Ruhrpottler, den schwarz-gelben Dortmunder, wird er wohl nie ablegen können. Und so verwunderte es auch wenig, dass er am Sonntag, ausgerechnet in Essen auch noch, im schwarz-gelben T-Shirt mit der Aufschrift "Deutscher Meister 2011 - ich bin dabei" herumlief.

Aber vielleicht drucken sie ihm in Uerdingen ja auch bald ein so Ähnliches. Dann aber in Blau-Rot, auch wenn schwarz-gelb ja Uerdingens Auswärtsfarben sind.

(RP)
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