Der neue KFC Uerdingen ist jünger und schneller

Dritte Liga : Der neue KFC ist jünger und schneller

Trainer Heiko Vogel hat dem KFC Uerdingen ein neues Gesicht gegeben, mit dem der Drittligist einen neuen Anlauf in Richtung Aufstieg nehmen will. Im Trainingslager zeigen sich die neuen Spieler bereits in guter Form.

Es war eine dieser ungewöhnlichen Aktionen des KFC Uerdingen. Denn eigentlich ist es Usus, dass nach einer Trainerentlassung auf der Zielgeraden der Saison der Co-Trainer die Spielzeit zu Ende bringt und der neue Trainer die Mannschaft nach der Sommerpause übernimmt. Nicht so in Krefeld. KFC-Präsident Mikhail Ponomarev und Heiko Vogel gingen einen neuen, anderen Weg. Der Coach übernahm das Amt am 30. April, um die Mannschaft kennen zu lernen und Defizite auszumachen. Die Elf machte es ihm bei nur einem Punkt aus drei Meisterschaftsspielen leicht: zu alt, zu langsam, zu defensivschwach.

Ponomarev und Vogel zogen daraus die Konsequenzen und kauften entsprechend neu ein. Diesmal sind die Namen nicht so klangvoll wie in der vergangenen Saison, als Großkreutz, Aigner, Maroh, Matuschyk und Lukimya kamen. Doch die Verantwortlichen des KFC sind sicher, dass Lukas Königshofer, Jan Kirchhoff, Andreas Maxsö, Selim Gündüz, Tobias Rühle sowie vier Nachwuchsspieler die benötigte Frischzellenkur für das Team sind.

Gleich in vier Fällen spricht Vogel von seinem „absoluten Wunschspieler“. In zwei Fällen hat er das sogleich in Taten dokumentiert. So hat er dem noch unter Vertrag stehenden Torhüter René Vollath nach der Saison mitgeteilt, dass er nicht mehr mit ihm plant. In Lukas Königshofer von der SpVgg Unterhaching präsentierte der Fußballlehrer wenig später seine neue Nummer eins im Tor.

Jan Kirchhoff ist wohl der klangvollste Name unter den Neuen, der Königstransfer, der designierte Kapitän. Immerhin hat der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler einst für Bayern München und Schalke 04 gespielt, ehe er nach England ging. Als Sechser soll er im Mittelfeld dafür sorgen, dass die Abwehr nicht unter Druck gerät und den Spielaufbau mit initiieren. Es reize ihn, „mit Trainer und Spielern auf hohem Niveau zu arbeiten, nicht im Drittliga-, sondern im Zweitligabereich“, sagt er im Trainingslager in Österreich. Vom Aufstieg will er dann allerdings nicht sprechen: „Wir kommen aus dem Mittelfeld der Dritten Liga und es ist unser zweites Jahr. Wir tun gut daran, keine großen Ziele raus zu posaunen.“

In Deutschland weniger bekannt, aber für Vogel gesetzt, ist Andreas Maxsö. Der 25 Jahre alte Däne kommt vom FC Zürich und soll der Abwehr Stabilität verleihen. „Er war überall Stammspieler“, berichtet Vogel, der sich auch nach dem 0:2 im Testspiel gegen Arminia Bielefeld bestätigt fühlt: „Maxsö hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben.“

KFC-Spieler Jan Kirchhoff (l.) im Testspiel gegen Donezk. Foto: Revierfoto

Der Tipp Selim Gündüz kam von Co-Trainer Funny Heinemann, der  ihn aus gemeinsamen Jahren in Bochum kennt. Gündüz Mentalität und unbändiger Wille sollen das Team weiter beleben, genau wie die Talente aus München, Bremen, Mainz und Zürich. „Sie werden den anderen Feuer machen“, hofft Vogel.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So idyllisch bereitet sich der KFC auf die Saison vor

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