Das ist Stefan Effenbergs erste Aufgabe beim KFC Uerdingen

KFC ist auf Trainersuche : Effenbergs erste Aufgabe

Am Donnerstag wird Stefan Effenberg als neuer Manager des KFC Uerdingen vorgestellt, doch mit der Arbeit hat er längst begonnen. Die Zusammenstellung der sportlichen Leitung steht dabei im Vordergund – wahrscheinlich ohne Co-Trainer Heinemann.

Stefan Effenberg ist da. Zumindest ist er ein Thema. Denn noch ist er gar nicht offiziell da. Am Donnerstag wird der 51-Jährige in seiner Funktion als neuer Manager der KFC Uerdingen vorgestellt. Der Medienrummel wird groß sein, ähnlich groß wie vor drei Jahren, als ihn am 15. Oktober der SC Paderborn als Trainer präsentierte. Das war aber nicht sein Fall. Nach nur vier Monaten endete seine Karriere als Trainer.

Nun also der nächste Karriereschritt – als Manager. Am Samstag wurde er zunächst einmal der Mannschaft vorgestellt, um die geht es schließlich. Sie muss sich finden und den Erfolgsweg. Dabei soll Effenberg helfen. Er muss die Weichen stellen.

In diesen Tagen prasselt ziemlich viel auf ihn ein. Er muss nicht nur die Spieler und Mitarbeiter, sondern das gesamte Umfeld kennen lernen – bei einem krisengeschüttelten Klub, dessen Saisonstart völlig misslungen ist, der sich im Umbruch befindet, der ohne sportliche Führung da steht.

Effenberg muss ad hoc die Führung übernehmen. Dass er das kann, hat er – von seinem kurzen Ausflug ins Trainergeschäft abgesehen – mehr als ein Jahrzehnt lang bewiesen: als Fußballer auf dem Platz. Er ist als Kapitän voran gegangen, hat Verantwortung übernommen und die Mannschaften zum Erfolg geführt. Dabei ist er auch manchmal angeeckt. Er war bad boy und strahlender Held.

Und nun? Auf Effenberg wartet eine echte Herausforderung. Auch in jedem anderen Verein würde er unter Erfolgsdruck stehen, doch die Aufgabe in Uerdingen ist weitaus kniffliger als anderenorts. Hier muss aus Spielern mit erfolgreicher Vergangenheit und klangvollen Namen eine erfolgshungrige Mannschaft geformt werden. Das ist die große Aufgabe, die sich der sportlichen Führung stellt – und die wiederum muss nach der Entlassung von Trainer Heiko Vogel nun von Effenberg installiert werden.

Welche Möglichkeiten bleiben ihm? Vor allem zwei: Entweder er holt einen gestandenen Trainer oder aber er schenkt zunächst einmal Stefan Reisinger das Vertrauen. Der Co-Trainer ist der Dienstälteste beim KFC und seit Sommer 2017 im Amt. Der 38 Jahre alte Bayer ist damit die Konstante im sportlichen Bereich. In den beiden zurückliegenden Spielen, in denen er das Sagen auf der Bank hatte, stimmte zumindest ergebnistechnisch die Bilanz: Die Mannschaft holte vier Punkte. Zudem blieb sie beim torlosen Remis gegen Magdeburg erstmals seit zehn Spielen ohne Gegentor.

Das Problem: Reisinger hat (noch) nicht die für die Dritte Liga benötigte Lizenz des Fußballlehrers. Die hat zwar Co-Trainer Frank Heinemann, doch ist er erkrankt und einiges deutet darauf hin, dass sein Interesse, nach seiner Genesung in dieser Funktion wieder für den KFC tätig zu werden, nicht sonderlich ausgeprägt ist. Die Zeichen stehen auf Abschied. Folglich müsste auf jeden Fall ein Fußballlehrer geholt werden.

Manches deutet darauf hin, dass dies in einem ersten Schritt Effenbergs bevorzugtes Modell ist. Äußern wollte er sich dazu ebenso wenig wie der KFC. Am Donnerstag wird Effenberg auch dazu etwas sagen.

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