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Christian Kinsombi vom KFC Uerdingen legt sich mächtig ins Zeug

Fußballprofi und Student : Christian Kinsombi legt sich beim KFC mächtig ins Zeug

Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler hat mit seinem Tor gegen Saarbrücken nicht nur für den Sieg des KFC Uerdingen gesorgt, sondern die Kritiker zunächst einmal verstummen lassen und einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht.

Es war geradezu so, als wolle er es seinen Kritikern zeigen, ihnen ein für allem Mal den Mund stopfen. In der Nachspielzeit des bis dahin torlosen Spiels zwischen dem KFC Uerdingen und dem 1. FC Saarbrücken schlug Kolja Pusch den Ball in den Strafraum. Christian Kinsombi zögerte nicht den Bruchteil einer Sekunde, sondern nahm ihn direkt und schoss ihn gegen die Laufrichtung des Torhüters ins lange Eck. Freudig reckt er den rechten Arm in die Höhe, zeigt den Daumen und den Zeigefinger und läuft in Richtung Trainerbank: Es ist sein zweites Drittligator, das erste in dieser Saison, aber ein ziemlich wichtiges. Der 21 Jahre alte, ehemalige deutsche U16-Nationalspieler hat in der Situation alles richtig gemacht und dem KFC den Sieg beschert.

„Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass es kaum etwas Schöneres gibt, als das Siegtor zu erzielen“, sagte Kinsombi anschließend. „Trotzdem stelle ich mich nicht gerne in den Vordergrund. Ich bin einfach mega froh, dass wir drei Punkte eingefahren haben. Wenn ich dazu mit meinem Tor beitragen konnte, ist das super.“

Christian Kinsombi ist in der Demokratischen Republik Kongo geboren und wurde nach seiner Ankunft in Deutschland vom Bundesligisten FSV Mainz 05 fußballerisch ausgebildet. Vor einem Jahr kam er zum KFC Uerdingen, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieb. Er vertraute der Vereinsführung, die seine Entwicklungsmöglichkeiten als sehr gut einschätzte. Daran hat sich wenig geändert.

 „Kimbo ist charakterlich top und läuferisch überragend“, urteilt Trainer Stefan Krämer. „In seiner ersten Saison hat er sich von der Tribüne ins Aufgebot gekämpft, in dieser Saison vom Aufgebot auf den Platz.“ In den acht bisherigen Saisonspielen kam er sieben Mal zum Einsatz. „Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meiner Entwicklung, will mich aber natürlich verbessern“, sagt Kinsombi. „Ich trainiere regelmäßig mehr, achte auf meine Ernährung und versuche auch außerhalb des Platzes als Vorbild zu fungieren.“

Es passt ins Bild, dass er nach seinem Siegtor nicht etwa feiern ging: „Das würde ich in der aktuellen Situation verantwortungslos finden. Wir können froh sein, dass wir unseren Beruf weiter ausüben und den Menschen in schweren Zeiten etwas zurückgeben können.“ Das ist kein erlernter Spruch, sondern seine Haltung. Und auch am freien Montag lag er nicht auf der faulen Haut, sondern büffelte für sein Studium: Sportmanagement.

Der kluge Kopf nimmt seine Kritiker ernst. „Er muss in Drucksituationen Ruhe bewahren“, hatte Co-Trainer Stefan Reisinger gefordert, der ebenso mit der Effektivität gehardert hatte wie Stefan Krämer. Schließlich werden Offensivspieler an Toren und deren Vorbereitung gemessen. „Mit seinem Tor hat sich Kimbo für seinen Aufwand belohnt“, sagt der Fußballlehrer. „Das stärkt sein Selbstvertrauen. Er muss fleißig weiter arbeiten und machen, was in der dritten Liga gefordert wird. Wenn er es schafft, seine Leistungen zu stabilisieren, dann hat er eine gute Zeit als Profi vor sich.“