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Beim KFC Uerdingen müssen sich alle Verantwortlichen hinterfragen

Abgeschlagener Tabellenletzter : Beim KFC Uerdingen müssen alle hinterfragen

Der Neustart 2022 ist durch die 1:5-Niederlage beim SC Wiedenbrück zum Rohrkrepierer geworden. Eine echte Überraschung ist das nicht, denn die Ursachen für die desaströse Saison liegen tiefer.

Nach der Winterpause sollte alles besser werden. Möglichst schnell sollten drei Siege her und der Anschluss an die den Klassenerhalt sichernden Plätze hergestellt werden. Trainer Alexander Voigt und die Spieler haben sehr viel dafür getan, viel investiert. Dann sind sie unglücklich auf die Verliererstraße geraten und haben sich anschließend ergeben. Das ist nicht schön, aber auch irgendwie menschlich, nachdem es in 21 Spielen zuvor nur einen Sieg gab. Trainer Alexander Voigt, einst Profi mit 79 Bundesliga- und 209 Zweitligaspielen, hat natürlich recht, wenn er fordert, die Spieler müssten sich hinterfragen.

Hinterfragen müssen sich aber auch viele andere. Der Trainer, der dieses Himmelfahrtskommando in der Überzeugung übernommen hat, den Klassenerhalt noch erreichen zu können. Vor allem aber der Sportliche Leiter Patrick Schneider und Dmitri Voronov, die den Kader zusammengestellt haben; die vorgegaukelt haben, sie könnten das – ohne Erfahrung im Senioren-, geschweige denn im Regionalligabereich.

Hinterfragen muss sich auch der Vorstand, der mit viel Herzblut und gutem Willen diese Aufgabe übernommen hat; der wirtschaftlich und organisatorisch eine schwierige Situation vorgefunden hat; der jedoch mehr Wert auf Stallgeruch denn auf sportliche Expertise gelegt hat; und der finanziell viel zu viel investiert hat mit Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hinterfragen muss sich vor allem auch der Verwaltungsrat, der seit Jahren verwaltet, aber nicht gestaltet; der durch Passivität und Fehlentscheidungen von sich Reden macht; der beim Aufstieg zugeschaut hat und nun auch beim Niedergang zuschaut.