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Bei KFC Uerdingen sind seriöse Informationen gefragt

Insolvenzverwalter traf Spielerrat : Seriöse Informationen sind beim KFC Uerdingen gefragt

Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth sprach am Donnerstagnachmittag mit dem Mannschaftsrat. Dabei beantwortete er viele Fragen der Spieler. Schon die kommenden vier Wochen sind entscheidend.

Es sind nervenaufreibende Tage, aber nicht nur für die Fans des KFC Uerdingen, sondern auch für die Spieler. So stand am Donnerstagmorgen nicht nur das Training auf dem Tagesprogramm, sondern am Nachmittag folgte der Mannschaftsrat – ihm gehören neben Kapitän Assani Lukimya und seinem Stellvertreter Christian Dorda auch Tim Albutat, Kolja Pusch und Fridolin Wagner an – einer Einladung des Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth. Der Rechtsanwalt der Düsseldorfer Kanzlei Andres und Partner wurde vom Amtsgericht als Insolvenzverwalter eingesetzt. In dieser Funktion informierte er die Spieler darüber, welche Folgen das eingeleitete Verfahren für sie hat.

Für den Verein ist es aus sportlicher Sicht in einem ersten Schritt nahezu folgenlos. Höchstwahrscheinlich werden dem KFC drei Punkte abgezogen. „Zu schwebenden Verfahren äußern wir uns grundsätzlich nicht“, heißt es seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der auf seine Spielordnung verweist. „Die Entscheidung obliegt für die 3. Liga in einem solchen Fall dem DFB-Spielausschuss. Sobald eine offizielle Entscheidung vorliegt, wird diese sofort kommuniziert.“

Vor der Saison war die Spielordnung jedoch geändert worden. Drohte einem Verein im Falle eines Insolvenzverfahrens ein Abzug von neun Punkten, so wurde das Strafmaß im Frühjahr angesichts der Corona-Pandemie für die Spielzeit 2020/21 auf drei Zähler reduziert. Aus gutem Grund: Es war und ist überhaupt nicht abzusehen, wie die Vereine, vor allem jene, die ansonsten fette Zuschauereinnahmen haben, diesen Ausfall finanziell verkraften können.

Auch mit Blick auf die kommende Saison ist der Abschied aus der Dritten Liga nicht zwingend. „Ein laufendes Insolvenzverfahren ist kein automatisches Ausschlusskriterium“, teilt der DFB auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Voraussetzung dafür, dass ein Verein in der 3. Liga spielt, ist zunächst die sportliche Qualifikation und darüber hinaus, dass die Vorgaben des Zulassungsverfahrens erfüllt sind.“ Die entsprechenden Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren müssen dem DFB am 1. März vorliegen.

In den nächsten Tagen muss aber zunächst einmal abgeklärt werden, wo der KFC seine restlichen Heimspiele in dieser Saison austrägt. Der Insolvenzverwalter wird die Möglichkeiten in Duisburg, Wattenscheid und Köln ausloten, wobei ihn vor allem die finanziellen Konditionen interessieren dürften. Eine solch horrende Miete wie in Düsseldorf (rund 1,6 Millionen Euro für 19 Spiele ohne Zuschauer) wird er sicherlich nicht zahlen.

Am Sonntag steht für den KFC das Spiel beim FC Bayern München II an – das erste nach dem Insolvenzantrag und der coronabedingten Quarantäne. Bis auf Christian Dorda (gesperrt) und die Verletzten Jan Kirchhoff und Osayamen Osawe stehen alle Spieler zur Verfügung. Da auf dem Acker am Löschenhofweg ein professionelles Fußballtraining nicht möglich ist, wurden vor allem Standardsituationen einstudiert – da ist der Ball lange in der Luft.