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Assani Lukimya verabschiedet die Mannschaft des KFC Uerdingen ins Trainingslager

KFC fährt ins Trainingslager : Assani Lukimya läuft schon wieder ohne Krücken

Als die Mannschaft des KFC Uerdingen in den Bus steigt, verabschiedet der Innenverteidiger die Mitspieler, die ins Trainingslager nach Venlo fahren. Dabei ist er aber nicht nur traurig, sondern auch froh.

Assani Lukimya ist bereits 34 Jahre alt, doch er hat – dieser Ansicht ist jedenfalls Trainer Stefan Krämer – den Körper eines 25-Jährigen. Das ist nicht etwa eine blauäugige Vermutung des Fußballlehrers, der seinen Schützling protegieren will, sondern eine durchaus begründete Annahme. Sie beruht unter anderem auf der Tatsache, dass der Kongolese nach der Corona-Pause alle elf Begegnungen im Drei-Tages-Rhythmus über 90 Minuten absolvierte. Das war einer der Gründe, weshalb sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert wurde.

Doch jetzt hat es ihn erwischt. Im Testspiel beim SC Paderborn (1:2) wurde Lukimya aber nicht etwa von einem Gegner, sondern von einem Mannschaftskameraden niedergestreckt: Er rasselte mit Torhüter Lukas Königshofer so unglücklich zusammen, dass sein Außenband in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Was es genau ist, weiß ich auch nicht“, sagt Lukimya. Auch ein MRT habe keinen hundertprozentigen Aufschluss geben können. „Das Außenband ist verletzt, schwer gedehnt oder angerissen, aber nicht durch. Ich bin froh, dass ich nicht operiert werden musste, das war wichtig.“

Und er hat noch einen Grund, froh zu sein, auch wenn es ihm schwer fällt, zuschauen zu müssen, wie seine Kameraden in den Bus einsteigen, der sie ins Trainingslager nach Venlo bringt. „Ich kann die Krücken schon wieder weglassen. Ich hab jetzt nur noch eine Schiene, aber es geht schon deutlich besser.“ Doch er muss sich in der für ihn neuen Rolle noch in Geduld üben: „Das ist meine schwerste Verletzung in all den Jahren. Bisher hatte ich nur Kleinigkeiten.“

Lukimya ist freilich nicht der einzige Spieler, der bei der Abfahrt nicht im Bus sitzt. Neben dem aussortierten Trio Kevin Großkreutz, Dominic Maroh und Manuel Konrad fehlten auch die verletzten Jan Kirchhoff und Osayamen Osawe sowie Edvinas Girdvainis, der für die littauische Nationalmannschaft abgestellt wurde.

Tim Albutat hingegen ist nach zweiwöchiger Verletzungspause wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Er stand am Montag Nachmittag in Venlo auf dem Platz, als Stefan Krämer das Team zur ersten Einheit bat. „Ich bin froh und dankbar, dass es jetzt kurzfristig mit dem Trainingslager noch geklappt hart“, sagte er. Dass es anders als in den Jahren vor der Corona-Pandemie nicht vor der malerischen Kulisse eines Alpentales stattfindet, ist ein Makel, mit dem er gut leben kann: „Wir verschenken keinen Tag für die An- und Abreise und finden gute Bedingungen vor.“

Das Trainingslager, wenn auch quasi nur einen Steinwurf von Krefeld entfernt, hält Krämer dennoch für immens wichtig: „Bei so vielen neuen Spielern ist es extrem interessant zu sehen, wie sie miteinander umgehen, wenn sie den ganzen Tag beisammen sind. Das ist etwas anderes, als wenn jeder nach dem Training nach Hause fährt. In dieser Woche muss das Team zusammen wachsen, muss eine richtige Einheit geschweißt werden.“

Assani Lukimya kann nicht dabei sein. Teil des Teams ist er dennoch, eine Führungspersönlichkeit.