Vor 1860 München Lukimya und Wagner melden sich beim KFC Uerdingen zurück

Krefeld · Die Personalmisere des KFC Uerdingen im Defensivbereich ist gestoppt. Die beiden zuvor verletzten Assani Lukimya und Fridolin Wagner können am Samstag gegen den Aufstiegsaspiranten TSV 1860 München auflaufen.

 KFC-Kapitän Assani Lukimya feiert einen Torerfolg mit Christian Kinsombi.

KFC-Kapitän Assani Lukimya feiert einen Torerfolg mit Christian Kinsombi.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Die Stimmung beim KFC Uerdingen ist natürlich gut. Aber was heißt natürlich? Denn eigentlich ist es alles andere als selbstverständlich, nachdem was der Verein in den vergangenen Wochen und Monaten mitgemacht hat. Aber es scheint, als seien sie in Zeiten höchster Not alle zusammen gerückt – die Mannschaft, die es quasi vorexerziert hat, die Anhänger, die Investoren.

Trainer Stefan Krämer hatte immer wieder gesagt, die Spieler seien charakterstark und verfügten über eine hervorragende Mentalität. Der Fußballlehrer hat seinen Schützlingen, als diese vergeblich auf ihr Gehalt warteten, vermittelt, dass sie mit ihren heutigen Leistungen die Verträge von morgen aushandeln. Das Team entwickelte zudem eine Wagenburgmentalität.

Die Fans starteten eine eindrucksvolle Aktion, als sie hörten, was der Mannschaft fehle. Sie sammelten über 11.000 Euro, die dem Team zielgerichtet zur Verfügung gestellt wurden. „Die Fans haben mit der Aktion ein Zeichen gesetzt“, sagte Adriano Grimaldi dem DFB. Die Anhänger stünden trotz Corona und ohne Stadionbesuche hinter dem Verein und der Mannschaft. Das ist „alles andere als selbstverständlich“.

Entscheidend aber war, dass der neue Investor Roman Gevorkyan seine Zusagen eingehalten hat. Nachdem sein Vorgänger Mikhail Ponomarev Anfang November angekündigt hatte, sein Ziel sei es, die Anteile an einen Investor zu veräußern, der die Drittklassigkeit halten könne, waren Zweifel laut geworden, vor allem als der Insolvenzantrag gestellt wurde. Doch mit Hilfe des Insolvenzverwalters Claus-Peter Kruth hat sich die Situation in nahezu allen Bereichen deutlich verbessert.

Den wahrscheinlich entscheidenden Kick hat Roman Gevorkyan gegeben, als er nach Krefeld gekommen ist und nicht nur mit Kruth gesprochen, sondern auch Antrittsbesuche bei der Mannschaft und Oberbürgermeister Frank Meyer gemacht hat. Welch wundersame Wandlung: Rechnungen und Gehälter werden gezahlt, die Mannschaft bekam einen neuen Trainingsplatz und punktet, die Grotenburg wird saniert.

Und die Konsolidierung geht weiter. Nachdem die Rücktrittsgesuche von Präsident Ponomarev und Niko Weinhart ruhten, komplettiert Gevorkyan nun zunächst den dreiköpfigen Vorstand des KFC. Es wird spannend zu beobachten sein, wie der weitere Wechsel sich vollzieht, der vollendet sein dürfte, wenn der KFC völlig Stabilität und Autonomie wiedererlangt hat.

Nach vier Spielen ohne Niederlage und neun erzielten Toren ist die Stimmung auf dem Trainingsplatz nicht nur gelöst, sondern es herrscht vor dem Spiel gegen den TSV 1860 München am Samstag um 14 Uhr in Lotte große Zuversicht, auch gegen den Aufstiegsaspiranten zu bestehen. Dazu trägt auch die verbesserte Personalsituation bei. Zwar ist Edvinas Girdvainis noch bei der litauischen Nationalmannschaft und Gino Fechner wegen Corona in Quarantäne, doch Assani Lukimya und Fridolin Wagner haben wieder mit der Mannschaft trainiert. 

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