KFC Uerdingen: Alibis zählen nicht mehr

KFC Uerdingen: Alibis zählen nicht mehr

MIt einer stabilen Defensive will der KFC Uerdingen heute Abend gegen Rhynern zurück in die Erfolgsspur einbiegen. Interimscoach Ralf Kessen will die Trainerbeurlaubung nicht mehr als Ausrede gelten lassen.

Wenn der KFC Uerdingen heute Abend in der NRW-Liga antreten muss, dann gilt es, gegen Westfalia Rhynern die zuletzt nicht gerade sattelfeste Defensivabteilung wieder zu stabilisieren. "Ich kann mich kaum noch daran erinnern, dass wir mal vier Gegentore kassiert haben", sagt Interimscoach Ralf Kessen zu den vier Toren, die Schwarz-Weiß Essen den Blau-Roten zuletzt eingeschenkt hatte. "Unsere Arbeit gegen den Ball war sehr naiv. Und das ist noch nett ausgedrückt." Weil mit Monir Ibrahim, Jan Pierschel, Marc Nimptsch und Igor Bendovskyi gleich vier Abwehrkräfte ausfallen, dürften heute Abend ab 18 Uhr wohl Bastian Pinske, Franck Njambe, Michael Baum und Arda Yavuz die Viererkette bilden.

Dass die Beurlaubung von Peter Wongrowitz noch immer auf die Leistung des Teams Auswirkungen haben könnte, glaubt Kessen nicht. "Mittlerweile sind ja ein paar Tage ins Land gegangen. Die Mannschaft hat einen guten Charakter, im Training ziehen alle gut mit. Ich denke schon, dass wir zurück in die Erfolgsspur finden werden", sagt Kessen. Ohnehin dürfe die Einstellung zu ihrem Beruf nicht in Abhängigkeit zu einzelnen Personen stehen, betont der 50-Jährige: "Der Verein will in die Regionalliga. Da muss jeder Spieler auch vollen Einsatz für geben, ganz egal, wer der Trainer ist. Wenn jetzt noch einer schlecht spielt und das mit der Trainerposition begründet, dann muss ich sagen, dass das nur eine Alibi-Ausrede ist."

Derweil haben die Uerdinger momentan erneut einen Gast im Training: ihren ehemaligen Mitspieler Said Daftari. Der afghanische Nationalspieler war zuletzt beim finnischen Verein Kokkolan Palloveikot aktiv, der in Finnlands zweiter Liga Ykkönen am Spielbetrieb teilnimmt und 1969 Landesmeister war. "Die Saison ist dort jetzt aber vorbei, und ich habe in Uerdingen angefragt, ob ich mich hier fit halten darf", erzählte der Deutsch-Afghane. Ein Engagement beim KFC kommt aber wohl nicht in Frage. Daftari liegt ein Angebot aus Australien vor, demnächst fliegt er mit seiner Verlobten nach Down under. "Die Australier haben sich Videos von mir besorgt von den Spielen in Finnland. Einer ihrer Spieler hat sich schwer verletzt, und jetzt suchen sie Ersatz. Das wäre natürlich ein Traum, wenn es dort klappen würde", sagt Daftari, der bis zu seinem Abflug wie schon in der vergangenen Saison bei den Uerdingern mittrainieren möchte.

(RP)
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